25 Zwillings-Lämmer faszinieren die Kinder

Die Garbecker Kinder sind hin und weg vom Besuch bei der Schäferei Linsmann.
Die Garbecker Kinder sind hin und weg vom Besuch bei der Schäferei Linsmann.
Foto: Richard Elmerhaus

Garbeck.. Ein norddeutsches Sprichwort sagt: „Sturm ist erst dann, wenn die Schafe auf den Deichen keine Locken mehr haben.“ Bei den genügsamen Vierbeinern von Reinhard Linsmann aus Garbeck ist das noch nie vorgekommen. In fünfter Generation übt er einen der ältesten Berufe der Menschheit aus: Linsmann ist Schäfer und kümmert sich mit seiner Frau Maria um eine Herde von mehr als 500 Mutterschafen. Aber nicht diese, sondern vor allem die 25 Zwillings-Lämmer haben es den Kindern der Katholischen Grundschule Heilige Drei Könige Garbeck angetan.

Schon von weitem ist lautes Blöken zu hören, gepaart mit Kindergelächter. Im Stall der Schäferei Linsmann stehen die wolligen Schafe, mittendrin springen kleine Lämmer auf ihren staksigen Beinen umher – dunkle, helle und gefleckte. Die Fragestunde bei der Schäferfamilie ist eröffnet. „Behalten die Lämmer ihre Farben, bis sie groß sind?“, möchte der achtjährige Paul Eickhoff, der bereits auf das Walram-Gymnasium in Menden geht, aber die Ferienbetreuung des Vereins „Zauberkiste“ in Garbeck nutzt, wissen. „Am Kopf verändert sich die Farbe nicht“, klärt Maria Linsmann auf. „Am Rumpf dagegen schon.“ Und was essen die Schafe? „Treber zum Beispiel“, berichtet die Schäfers-Frau, also eiweißhaltiges Futter. Wie viele Hunde begleiten die Linsmanns von Weideplatz zu Weideplatz? „Drei Hütehunde“, antwortet Maria Linsmann geduldig. Bei Wind und Wetter sind sie und ihr Mann auf gepachteten Flächen von Werdohl bis Deilinghofen unterwegs.

Jährlinge nach zwölf Monaten

Ostern und Lämmchen – das passt prima zusammen, war der einhellige Tenor beim Betreuungsverein Zauberkiste in Garbeck. Und weil die Mädchen und Jungen schon Hasen gebacken, Ostereier gefärbt und Osterdekoration gebastelt hatten, sollte nun mal eine vorösterliche Ortsbesichtigung angeboten werden. Der Besuch bei der Schäferei Linsmann kommt super an. „Was sind die Lämmchen süß“, sagt Mia Eickhoff und darf den zutraulichen Vierbeinern ebenso wie ihre Freundinnen Milchflaschen geben. Gestreichelt werden dürfen die niedlichen Tiere natürlich auch. „Nach zwölf Monaten heißen die Jungschafe dann übrigens Jährlinge“, berichtet Maria Linsmann. Die Arbeit in der freien Natur und mit den Tieren – das gefällt der mithelfenden Schäferin.

Einmal im Jahr müssen die Schafe geschoren werden. Eine Menge Arbeit, wenn mehr als 500 Tiere an die Reihe kommen. Ist der Beruf des Schäfers in der heutigen Zeit noch rentabel? „Durch den Fleischverkauf ja“, sagt Maria Linsmann. „Die Wolle ist eher ein Abfallprodukt.“

Bei den 14 Mädchen und Jungen der Grundschule Heilige Drei Könige Garbeck hat der Besuch der Schäferei Linsmann jedenfalls nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Wiederholung erwünscht? „Jaaa“, schallt es laut zurück, ebenso wie das Blöken der Schafe und Lämmer.