20-jähriger aus Balve setzte Pornos ins Internet

Vor dem Mendener Amtsgericht musste sich der 20-jährige Angeklagte verantworten. Symbolfoto: Oliver Lang
Vor dem Mendener Amtsgericht musste sich der 20-jährige Angeklagte verantworten. Symbolfoto: Oliver Lang
Foto: ddp

Balve/Menden..  Warum er sich dazu hinreißen ließ, vor laufender Kamera sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen und die Bilder per Internet einem 12-jährigen Mädchen zuzuschicken? Auf diese Frage gab der 20-jährige Balver im Amtsgericht Menden keine Antwort.

Wie ein Häuflein Elend saß der Hönnestädter auf der Anklagebank und räumte seine Straftat sofort ein. Dies hinderte Richter Hennemann jedoch nicht daran, dem Hönnestädter deutlich zu machen, für wie verwerflich er die Tat hält. „Diese Bilder, die Sie ins Internet gesetzt haben, kommen dort nie mehr heraus. Haben Sie auch daran mal gedacht?“

Weil der Angeklagte auch auf diese Frage nicht reagierte, war die Beweisaufnahme schnell beendet. Die Staatsanwältin forderte eine Geldauflage von 400 Euro. Dass er mit einer Geldstrafe davon komme, verdanke er nur der Tatsache, dass er in seiner Entwicklung zurück geblieben sei und daher nicht nach dem Erwachsenen- sondern Jugendstrafrecht zu verurteilen sei.

Spürbare Sanktionen seien dennoch angebracht, weil Kinder absoluten Schutz genießen würden, sagte Richter Hennemann und verurteilte den Balver, der nicht nur mit der 12-Jährigen im Internet gechattet hatte, sondern auch mit Erwachsenen. Auch dabei drehte es sich um sexuelle Handlungen.

Pornografische Sammlung vernichtet

Zu dieser Erkenntnis gelangte die Staatsanwaltschaft vor einigen Wochen, als sie den Rechner und den USB-Stick des Angeklagten kassiert und das Material ausgewertet hatte. Der Balver kann sich seine Sammlung von pornografischen Bildern nicht mehr ansehen, denn vor Gericht stimmte er der Vernichtung von PC und USB-Stick zu.

Auch das Urteil nahm der 20-Jährige ohne Widerspruch hin. Richter Hennemann räumte ihm die Möglichkeit ein, die 400 Euro in fünf Raten zu bezahlen. Sollte der Hönnestädter jedoch dieser Verpflichtung nicht nachkommen, erklärte der Vorsitzende Richter, werde er Erzwingungsarrest in der JVA anordnen.