121 Stöberkinder machen Betriebe unsicher

„Sie sind hoch motiviert“, lobt der Chef der Goldbäckerei  aus Langenholthausen, Carl Grote, die Schülerinnen und Schüler aus den Grundschulen Balve und Garbeck.
„Sie sind hoch motiviert“, lobt der Chef der Goldbäckerei aus Langenholthausen, Carl Grote, die Schülerinnen und Schüler aus den Grundschulen Balve und Garbeck.
Foto: Richard Elmerhaus

Balve..  Der Ausflug in die Arbeitswelt der Erwachsenen ist zwar nur kurz, aber reizvoll und lehrreich. Einmal im Jahr dürfen alle Balver Viertklässler ihre Grundschulen links liegen lassen und in heimischen Betrieben hinter die Kulissen schauen. 121 Jungen und Mädchen schwärmten zum achten Stöbertag aus – und wurden in 39 Stöberbetrieben mit offenen Armen empfangen.

Zwei Stunden sind keine lange Zeit. Aber sie reicht aus, um viele Fragen zu stellen, große Augen zu machen und einen ersten Eindruck davon zu bekommen, wie es in der Arbeitswelt von Mama und Papa aussieht. Marie und Jonas sind zwei der 93 Kinder, die ihren Superwunschbetrieben zugeteilt wurden. Die beiden Zehnjährigen hatten die WESTFALENPOST als absoluten Favoriten für ihren Stöberausflug angekreuzt und durften in der Balver Redaktion den Redakteuren über die Schulter schauen.

Bericht geschrieben

„Ich fand es interessant, dass wir bei der Zeitung selber einen Bericht schreiben dürfen. Das macht mir Spaß und das kann man sonst im Alltag nicht so machen. Am liebsten würde ich über Tiere schreiben, weil ich Tiere ganz toll finde“, erklärt Marie aus Balve ihre Motivation. Ihr Stöber-Kollege Jonas aus Beckum sagt: „Ich wollte in die Westfalenpost, weil ich mal sehen wollte, wie die Fotos bearbeitet und die Texte geschrieben werden. Ich würde am liebsten einen Bericht über Fußball schreiben, weil ich gerne Fußball spiele.“

Wie fast alle Stöberkinder finden auch die beiden WP-Praktikanten die Stöbertag-Idee spitze. Die Gründe dafür sind schnell genannt. „Es ist toll, dass wir keine Hausaufgaben aufkriegen“, verrät Marie. Jonas ergänzt: „Und es ist super, dass es Pizza zum Mittagessen gibt.“

Besonders begehrt waren in diesem Jahr Stöberstellen im Fitnessstudio, auf der Reitanlage Wocklum und bei Hepping Landmaschinen. Aber auch wer seinen Superwunsch nicht erfüllt bekam, durfte sich auf einen interessanten Vormittag freuen. Den Erwachsenen Löcher in den Bauch fragen, nachschauen, ausprobieren und die Nasen reinstecken war nämlich überall erlaubt – und sogar ausdrücklich erwünscht. Beim Mittagessen im katholischen Jugendheim hatten alle viel zu erzählen.

Für Stöbertag-Organisatorin Sabine Storch-Fälsch von der Stadtverwaltung war auch die achte Auflage ein großer Erfolg. „Es ist super gelaufen. Die Kinder waren total begeistert. Viele Betriebe hatten sich so organisiert, dass die Kinder sogar etwas selbst Geschaffenes mit nach Hause nehmen konnten“, bilanzierte sie. „Allerdings könnten wir im nächsten Jahr gut noch ein paar Stöberstellen mehr gebrauchen. Interessierte Betriebe bitte melden.“