Schließung des Balver St.-Marien-Hospitals offiziell verkündet
11.02.2012 | 14:58 Uhr 2012-02-11T14:58:00+0100
Balve.Die Gesellschafterversammlung der Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis hat nicht nur am Freitagabend das St.-Marien-Hospital Balve geschlossen, sie ist überdies der Ansicht, es sei auch mit einem anderen Träger nicht wirtschaftlich zu führen.
Für den Vorsitzenden des Verwaltungsrates Klaus Christophery und den CURA-Geschäftsführer Olaf Overmans (die CURA unterhält Minderheits-Beteiligungen an 15 gemeinnützigen Gesellschaften, die im Gebiet des Erzbistums Paderborn unter anderem Träger von insgesamt 35 Akutkrankenhäusern mit mehr 9 200 Planbetten sowie mehr als 20 Einrichtungen der stationären Altenpflege mit ungefähr 2 000 Heimplätzen sind) steht fest: In Balve gibt es zu wenig Menschen für einen Krankenhausstandort. „Um das St.-Marien-Hospital rentabel führen zu können, müsste die Patientenzahl um 60 Prozent gesteigert werden, und das ist nicht möglich“, betonte Overmans, der bereits in einer der Verwaltungsratssitzungen den Abriss des St.-Marien-Hospitals Balve angeregt hatte.
Soweit ist es aber nach Auskunft des Verwaltungsrats-Vorsitzenden noch nicht. Was allerdings mit Krankenhausgebäude passiert, wenn es dem Kirchenvorstand von St. Blasius Balve nicht gelingt, einen neuen Partner für das Krankenhaus zu finden, darauf gab es keine Antwort.
Zunächst will die Hospitalvereinigung im Märkischen Kreis abwarten, ob es einen Interessenten für das St.-Marien-Hospital gibt, sagte Klaus Christophery während der Pressekonferenz, zu der die Geschäftsführung kurzfristig eingeladen hatte.
20:56
Aus Sicht der Gesellschafter: Operation gelungen, Patient tot...
13:53
Die Aussage deutet ja schon darauf hin, dass sich die Herren aus Wettbewerbsgründen nicht ernsthaft um einen neuen Betreiber bemühen werden.
Wie steht dann es eigendlich mit den Investitionen aus den Förderprogrammen? Können die alle zurückgefordert werden, so wie es in der Zeitung stand. Das sollte das Land und die Stadt Balve dann aber auch rigoros durchsetzten.
Bleibt die Stadt weiter Gesellschafter in einer Vereinigung, zu der Sie dann mangels Krankenhaus nur noch Gelder einbringt?
Es drängt sich noch eine andere Frage auf. Wäre das Defizit des Balver Hauses bei einer weitsichtigen Personalplanung genauso hoch? Oder sind es nur die Abfindungen, die für die vorzeitigen Vertragsauflösungen der Ärzte zu zahlen waren, die das Rekorddefizit ergaben?
Gibt es mittlerweile mal genaue Zahlen über die Höhe der Einsparung aus der Balver Küchenschließung?
Welches Krankenhaus der "christlichen" Vereinigung hat der Gf als nächstes auf dem Kieker?
Bei seinem zur Schau gestellten Zahlengedächtnis (Siehe Podiumsdiskussion) muss ja damit gerechnet werden, dass ein weiteres Haus in absehbarer Zeit zugemacht wird. Wahrscheinlich hatte er wegen dieses Mankos auch bei dieser o.g. Veranstaltung nur eine "kleine" Sprechrolle.
13:59
"......sie ist überdies der Ansicht, es sei auch mit einem anderen Träger nicht wirtschaftlich zu führen........"
Ja ist klar, denn ein anderer Träger könnte ja zu den bestehenden Krankenhäuser der Hospitalvereinigung ein ernsthafter Konkurrent sein, daher muss man es ja schlecht reden.
Ich bin mir sicher, dass diese Aussage nicht aus der Luft gegriffen ist. Die Situation bleibt doch wie sie ist: Die Region erlaubt es kaum die Fallzahlen signifikant zu steigern. Dafür wohnen einfach viel zu wenige Menschen in Balve und Umgebung, tendenz fallend. Zudem trägt die Größe des Hauses mit weniger als 100 Betten dazu bei, dass es schwierig ist die Fixkosten (die bei Krankenhäusern nunmal relativ hoch sind) zu decken.
Dennoch, die Immobilie steht in Balve. Ich denke dass es hier auch im Sinne der Geschäftsführung sein dürfte für diese eine Nachnutzungsmöglichkeit zu finden.