Zwerghund stirbt nach Aufeinandertreffen mit Dobermann

Foto: Symbolbild WAZ
In Arnsberg ist ein Zwergchihuahua von einem wohl frei laufenden Dobermann tot gebissen worden. Der Rettungsversuch des Frauchens war vergeblich.

Arnsberg.. Ein Zwergchihuahua hat Dienstagnachmittag im Eichholz das Aufeinandertreffen mit einem Dobermann nicht überlebt. Der Rettungsversuch der Frau, die mit dem kleinen Hund unterwegs war, war vergeblich. Sie hatte den Chiwawa noch vor dem heranstürmenden Dobermann wegreißen wollen. Der Chihuahua hatte keine Chance: Er ist gerade einmal so groß wie das Maul eines Dobermanns. Die Polizei ermittelt.

Zwerghund nicht angeleint?

Der Halter des Dobermanns (Name und Anschrift liegen der Redaktion vor), teilt mit, dass der Zwerghund nicht angeleint gewesen sei und zu dem Dobermann gelaufen sei, und nicht umgekehrt. "Es gab kein Geknurre oder Gebälle. Der kleine Zwerghund erlag seinen inneren Verletzungen, die durch das Schütteln verursacht worden waren, und keinen Bissverletzungen, weil das Schütteln zu dem Tod führte."

Die Besitzerin des Hundes, Tamara Okel, ist traurig und wütend zugleich. „Ich kann nicht verstehen, wie man als Halter einen so großen Hund ohne Leine laufen lassen kann.“ Und vor allem, so Okel, in einem Bereich, in dem sich an Rundturnhalle, Sportplatz und Skateranlage immer viele Kinder aufhalten würden. „Das ist für mich absolut unverständlich.“

Vorwurf gegen Dobermann-Besitzer

Dieser Darstellung wird von der Seite des Dobermann-Halters widersprochen: "Der Dobermann ist verspielt und nicht aggressiv. Im übrigen befanden sich an der Rundsporthalle weder Kinder, noch war sonstwie etwas los. Das Wetter war schlecht, es war Schützenfest und bekanntlich waren Sommerferien."

Dabei richtet Tamara Okel den Vorwurf keinesfalls gegen den Hund. „Denn der kann nichts dafür. Verantwortlich für dessen Verhalten ist allein dessen Besitzer.“ Und der hätte um das Wesen des Hundes wissen und von vornherein solche schlimmen Vorfälle verhindern müssen. „Letztlich kommt es allein auf die Erziehung eines Hundes an. Und dafür gibt es Hundeschulen. Denn scheinbar hört das Tier nicht auf sein Herrchen.“

  • Der Dobermann zählt zu den sogenannten Gebrauchshunderassen. Er gilt als intelligent, temperamentvoll und von der Grundstimmung her friedlich.

  • Dobermänner werden u.a. als Fährten und Rettungshunde eingesetzt.

Polizei Arnsberg ermittelt

Tamara Okel, deren Mutter am Dienstag auf dem Fußweg entlang der Rundturnhalle mit dem Zwergchihuahua spazieren ging, als der Vorfall passierte, hat bereits Anzeige erstattet und das Ordnungsamt der Stadt informiert. Ihr Ziel ist, erklärte die Arnsbergerin, „dass der Halter des Hundes zur Rechenschaft gezogen wird und der Hund in ein Tierheim kommt.“ Oder in andere, aber verantwortungsvolle Hände. Denn es sei nicht zum ersten Mal, so ihre Beobachtung, dass dieser Hund ohne Leine anzutreffen gewesen sei. „Ich habe ihn auch schon auf der Hundewiese im Alten Feld frei laufen sehen.“

Okel erwartet nun vom zuständigen Ordnungsamt eine Reaktion. „Es ist ein Unding, dass einen Tag später noch immer nichts geschehen ist. Was ist, wenn der Hund wieder ohne Leine unterwegs ist und ein Kind beißt?“

"Das ist Sache des Ordnungsamtes"

Eine Streifenwagenbesatzung hatte noch am gleichen Tag die Beteiligten - auch den Halter des Dobermanns - vernommen und die Anzeige der erzürnten Tamara Okel aufgenommen. Polizeisprecher Ludger Rath: „Wir ermitteln jetzt. Aber für eine mögliche Wegnahme eines Tieres sind wir nicht zuständig. Das ist Sache des Ordnungsamtes.“ Die Polizei werde in dieser Richtung nur aktiv, wenn von einem Hund unmittelbare Gefahr ausgehe.

Wie Recherchen ergaben, haben inzwischen Polizei und Ordnungsamt entsprechende Daten ausgetauscht. Nun, sagt Stadtsprecher Elmar Kettler, werde zunächst das Ordnungsamt ein formelles Verfahren in Gang setzen, bei dem Geschädigte und Hundehalter gehört würden, um den genauen Sachverhalt zu klären. „Das ist ein längeres Verfahren.“ Bis zu dessen Ende sei per Verfügung angeordnet worden, dass der Hund im Haus bleiben müsse. „Sollte er es verlassen, besteht Maulkorb- und Anleinpflicht. Erst das Ergebnis des Verfahrens wird zeigen, ob überhaupt Schritte eingeleitet werden müssen.“

Noch einmal der Halter des Dobermanns: "Wir bedauern diesen Vorfall zutiefst und haben uns mehrfach, ich auch vor Ort bei den Besitzern, entschuldigt. Aufgrund des Vorfalls trägt der Dobermann nunmehr beständig einen Maulkorb. Lediglich dieser Schutz hätte dem kleinen Hund das Leben gerettet. Hätten wir den Vorfall erahnt, wäre der Maulkorb selbstverständlich gewesen."