Wilde Kneipen-Schläger verurteilt

Arnsberg..  Die drei Männer auf der Anklagebank beim Arnsberger Amtsgericht waren unschuldig: So jedenfalls hatte es den Anschein, nachdem sie die Vorwürfe des Staatsanwaltes heftig bestritten, sich als Unschuldsengel ausgaben. Der stellte nach den Aussagen der drei 34-, 35- und 41-jährigen Angeklagten fest, dass sie wohl bedauerliche Opfer einer Straftat geworden seien und die Falschen auf der Anklagebank sitzen.

Gefährliche Körperverletzung

Zuvor hatte er ihnen gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung in mehreren Fällen und Sachbeschädigung vorgeworfen. Die drei Arnsberger und ein bislang Unbekannter, dessen Namen keiner der Männer kannte, waren, nachdem sie mit Wodka und Bier „vorgeglüht“ hatten, in einer Gaststätte an der Straße „Zum Schützenhof“ aufgetaucht und sollen sofort mit Pöbeleien losgelegt haben. „Die waren offensichtlich auf eine Schlägerei aus“, so ein Zeuge. Als sich die erstbeste Gelegenheit bot, brachen sie eine Schlägerei vom Zaun. Eine Bedienung der Gaststätte als Zeugin: „Sie flippten völlig aus und schlugen wahllos unschuldige Besucher, die zuvor völlig passiv gewesen waren.

Als willkommenen Anlass sollen sie das unbeabsichtigte, leichte Anrempeln eines Tänzers genommen und diesen sofort mit Faustschlägen auf den Boden gebracht haben, wo er noch getreten worden sein soll. Als dieser Gast das weitere Prügeln der Männer auf andere Besucher mit dem Handy fotografieren wollte, war es ihm aus der Hand gerissen, auf den Boden geschmettert und zertreten worden. Auf die Anweisung des Wirtes, das Lokal zu verlassen, reagierten sie mit Schlägen und Tritten gegen ihn. Zuvor hatte ihn einer gewürgt, so dass er im Gesicht blau anlief.

Vor Gericht versuchten die Angeklagten die Schuld an der Gewaltausübung dem Wirt und einigen Gästen unterzuschieben, doch die präzisen und übereinstimmenden Aussagen von vier Zeugen belasteten die drei Männer schwer und ließen keine Zweifel an ihrem brutalen Vorgehen zu.

Der Wirt und ein Gast wurden erheblich verletzt, sie mussten sich in ärztliche Behandlung begeben. Nachdem sich die zum Teil einschlägig vorbestraften Schläger ausgetobt und mitbekommen hatten, dass die Polizei anrückte, flüchteten sie in Richtung Europaplatz. Dort allerdings war ihre Flucht schon beendet. Sie wurden von der Polizei gestellt und vorläufig festgenommen.

Nachdem die drei Angeklagten vor Gericht ihre Felle schwimmen sahen – zu deutlich waren sie als Aggressoren ausgemacht worden – stimmten ihre Verteidiger einem Rechtsgespräch zu. Man einigte sich, dass bei einem Geständnis eine gewisse Obergrenze der Haftstrafen dann nicht überschritten werde.

Offensichtlich hatten die Drei mit höheren Strafen gerechnet, die sie im Falle des weiteren Leugnens und nach Beweisen dann auch zu erwarten gehabt hätten. Sie legten schließlich doch ein Geständnis ab.

Strafmaß

Zwei Täter wurden zu je einem Jahr und ein einer, weil er wegen seines erheblichen Alkoholkonsums vermindert schuldfähig gewesen sein konnte, zu sechs Monaten Freiheitsstrafe zur Bewährung verurteilt. Zwei von ihnen müssen ferner Geldbußen von 720 bzw. 900 Euro zahlen. Dem Dritten wurde aufgegeben, 200 Sozialstunden abzuleisten.