Wie ein offenes Geschichtsbuch

Arnsberg..  Er ist wie ein offenes Geschichtsbuch, darüber hinaus eine wichtige Parkanlage mit herausragendem Dokumentationscharakter und ein Ort der Besinnlichkeit. Deshalb soll der Arnsberger Eichholzfriedhof in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen werden.

Seine Strahlkraft reiche auch deshalb über das Stadtgebiet hinaus, heißt es in der Verwaltungsvorlage für den Kulturausschuss, da die vorhandenen Gräber nicht nur bedeutende Dokumente ihrer Zeit seien, sondern auch die Geschichte der Stadt und ihrer überregional wirkenden Persönlichkeiten dokumentieren würden. Zudem hätten die oftmals künstlerisch gestalteten, denkmalwerten Grabmonumente sehr viel Substanz für die Forschung im kunst-, sozial- und gesellschaftsgeschichtlichen Sinne.

Dem Eichholzfriedhof komme aber auch dokumentarischer Charakter für die Geschichte der Bestattungskultur in Westfalen zu. „Für dessen Erhaltung liegen somit nicht nur wissenschaftliche, sondern auch gesellschaftliche Gründe vor,“ heißt es weiter.

Dokumentarischer Charakter

Die wechselhafte Geschichte des Eichholzfriedhofs beginnt im Jahre 1805. Hier verfügte der damalige hessische Kirchen- und Schulrat aufgrund einer Verordnung aus dem Jahre 1804 die Verlegung der Begräbnisstätte, die sich in unmittelbarer Nähe zum Kloster We-dinghausen befand. Es ist davon auszugehen, dass diese Maßnahme aufgrund von „gesundheitspolizeilichen“ Gründen erfolgte.

Für die Neuanlage eines Friedhofs kaufte die Stadt, die über kein eigenes geeignetes Grundstück verfügte, vom großherzoglichen Geheimrat Boese ein Areal westlich zum Eichholz und eröffnete dort noch im gleichen Jahr (1807) den Eichholzfriedhof. Dessen erste Erweiterung erfolgte 1823. Dafür wurde eigens eine weitere Fläche angekauft.

Weitere Erweiterungen waren schließlich aufgrund der gestiegenen Einwohnerzahl in den Jahren 1827 und 1830 erforderlich. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dann der schwer beschädigte Eichholzfriedhof ab 1955 für Bestattungen - mit Ausnahme allerdings der Erbbegräbnisse - geschlossen. In den 1960er Jahren begann die Umgestaltung des Friedhofs in eine Parkanlage mit sogenanntem Zeugnischarakter. Und gerade dies mache den Friedhof auch heute noch einzigartig und erhaltenswert.

Auch deshalb hat sich im Herbst 2012 die Initiative „Ehrenamtliches Projekt Eichholzfriedhof“ gegründet (wir berichteten mehrfach). Deren Mitglieder setzen sich nicht nur mit sehr großem Engagement für die Erhaltung der historischen Grabmonumente ein, sondern erforschen diese auch. Die Ergebnisse werden regelmäßig im Rahmen von öffentlichen Führungen präsentiert und sollen in Zukunft sogar publiziert werden.

Die Erfolge dieses vorbildlichen und ehrenamtlichen Einsatzes, der in enger Kooperation mit der Friedhofsverwaltung und dem Grünflächenmanagement der Stadt Arnsberg über die Bühne geht, seien für den Besucher bereits deutlich ablesbar. Auch die Untere Denkmalbehörde der Stadt Arnsberg und der LWL – Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen - wurden bereits für ausgesuchte Maßnahmen beratend eingebunden.

Zahlreiche Grabmonumente

Und damit der Eichholzfriedhof auch für nachfolgende Generationen als Geschichtslesebuch und als Parkanlage dienen und damit dessen Erhaltung und Erforschung auch weiterhin generationsübergreifend erfolgen kann, sei das Verfahren zur Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Arnsberg unerlässlich.

Denn nach derzeitigem Kenntnisstand seinen zahlreiche Grabmonumente Bestandteile des Baudenkmals Eichholzfriedhof. Diese müssten deshalb als Zeugnis an ihrem heutigen Ort bleiben. Zu diesen Monumenten zählen unter anderem:

- die stark verwitterte Stele aus Sandstein mit Inschriftplatte aus Marmor (Grab Landpfennigmeister Carl Habert 1771 - 1832) sowie

- das große Monument mit Kreuzigungsgruppe und sieben Kissensteinen (Familiengruft Freiherr von Schenck).