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Wie bleibt das Sauerland für die Jugend attraktiv? - Fragen an Fachmann

06.03.2016 | 12:00 Uhr
Wie bleibt das Sauerland für die Jugend attraktiv? - Fragen an Fachmann
Projekte aus „Generation Zukunft Arnsberg“ werden umgesetzt: Ausbildungsbotschafter, Leitfaden Berufsorientierung und nun die Arnsberg-App. Hier diskutieren Hannah Wolf, Rouven Senft und Carolina Wittershagen über Perspektiven und Chancen für die Jugend.Foto: Ted Jones

Arnsberg.   Er ist im Sauerland aufgewachsen und weiß, was jungen Menschen fehlt. Daran will Andreas Wolff bei "Generation Zukunft Arnsberg" arbeiten. Der 36-Jährige bezeichnet sich selbst als einen „klassischen Rückkehrer“.

Draußen hat es geschneit. Andreas Wolff (36) hat sich trotzdem auf den Weg gemacht, von Olsberg nach Arnsberg. Warum sollte das einen echten Sauerländer auch abhalten? Gebürtig kommt er aus Meschede. Irgendwann ging er zum Studieren und Arbeiten fort, nun lebt der bald zweifache Familienvater in Helmeringhausen/ Olsberg. Er nennt sich selbst einen „klassischen Rückkehrer“. Im Rahmen von „Generation Zukunft Arnsberg“ und einem ähnlichen Projekt in Sundern arbeitet er mit den beiden Kommunen zusammen. Das Ziel: Region und Stadt für junge Menschen attraktiver zu gestalten.

Herr Wolff, was meinen Sie mit dem Typ „klassischer Rückkehrer“?

"Wir haben so viel Potenzial, das wir besser nutzen und kommunizieren müssen", sagt Andreas Wolff. Er arbeitet als Dienstleister mit Kommunen zusammen, um sie fit für die Zukunft zu machen. Foto: Andreas Wolff

Andreas Wolff: Es geht um die jungen Menschen, die hier aufgewachsen sind und nach der Schule die Region verlassen, weil es beispielsweise nur wenige Hochschulen gibt. Wer in der Jugend eine enge Verbindung zur Region aufgebaut hat, denkt möglicherweise später: ‚Ich hab hier meine Wurzeln, meine Familie und gute Jobperspektiven‘. Unter anderem auf diesen Rückkehrer setzt beispielsweise das Projekt „Arbeitswelt Sauerland 4.0“. Dieser Zielgruppe müssen wir die Perspektive aufzeigen, um in dieser Region sesshaft zu werden. Und ihr die relevanten Angebote machen. Hier können und müssen wir noch viel tun.

Welche Dinge vermissen die jungen Menschen hier denn am meisten?

Wolff: Bei der Arbeit mit der jungen Generation wurden uns Bedarfe für sehr alltägliche Freizeitangebote genannt, wie ein modernes Kino oder einfach nur Möglichkeiten, um sich treffen und sich auszutauschen zu können. Aber nicht nur Teenager, auch Menschen in den Zwanzigern und Dreißigern vermissen einige Freizeit- und kulturelle Angebote, wie sie insbesondere in den Großstädten zu finden sind. Da können wir Dortmund und Köln natürlich nicht spiegeln. Wir müssen uns aber dorthin bewegen, der jungen Generation bessere Angebote für die alltäglichen Bedürfnisse bei der Freizeitgestaltung machen zu können.

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Wie kann man das erreichen?

Wolff: Das kann man meiner Meinung nach nur, wenn man das bestehende Angebote besser in die Zielgruppe kommuniziert, es kontinuierlich verbessert und überlegt, wie man das Angebot sinnvoll ergänzen kann. Es gibt ja hier durchaus erfolgreiche Beispiele für neu geschaffene Freizeitangebote, so wie das R-Café am Ruhrtalradweg.

Wie steht es um die Erreichbarkeit der Dörfer und die Busfahrzeiten?

Wolff: Der öffentliche Nahverkehr ist ein großer Knackpunkt, gerade für die Jugendlichen. Die Frage ist nur, wie man bessere Anbindungen rechnerisch machbar machen kann. Wenn die Jugendlichen beispielsweise mit einer Art Schülercard die einzelnen Hotspots wie Badeseen oder Freizeitangebote in der Umgebung erreichen und die schönen Seiten das Sauerlands erleben könnten, würde das möglicherweise zu einer stärkeren Bindung an die Region führen.

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2016-03-06 12:00
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