Widerstand in Oeventrop

Herbertt Padberg befürchtet, dass mit einem Windpark auf der Hellefelder Höhe auch „Spargel“ auf diesem Höhenzug im Westen Oeventrops hoch in den Himmel „wachsen“ könnten.
Herbertt Padberg befürchtet, dass mit einem Windpark auf der Hellefelder Höhe auch „Spargel“ auf diesem Höhenzug im Westen Oeventrops hoch in den Himmel „wachsen“ könnten.
Foto: Ted Jones

Oeventrop..  Keine „Spargel“ auf der Hellefelder Höhe: Auch in Oeventrop regt sich Widerstand gegen einen möglichen Windkraftpark auf diesem markanten Höhenzug. Weil die Landschaft unwiederrufbar zerstört werde. Und weil man im Nachklang eines solchen „Präzedenzfalles“ Windräder auch auf dem langen Bergrücken zwischen Berens Köppken und der Oeventroper Tränke befürchtet. Denn auch in der Nachbargemeinde Freienohl stehen wohl Investoren in den Startlöchern, die auf der Freienohler Seite dieses Höhenzuges einen Windpark errichten wollen.

„Das wäre jedenfalls für die Ruhrdörfer eine Katastrophe, sollte tatsächlich auf der Hellefelder Höhe ein Windkraftpark entstehen,“ nimmt Umweltschützer und langjähriger Oeventroper SGV-Chef Herbert Padberg kein Blatt vor den Mund. Deshalb könne er nur dem Arnsberger Heimatbund beipflichten, der sich - wie berichtet - vehement gegen derartige Pläne ausgesprochen hat.

„Denn über den dafür erforderlichen tiefen Eingriff in eine intakte Landschaft kann man sich überhaupt kein Bild machen,“ so Padberg. „Nur so viel: Es wird ganz schlimm.“ Dies gerade auch für Oeventrop. Nicht nur, weil man von den hohen Windrädern auf der Hellefelder Höhe erheblich mehr sehe als in Arnsberg, sondern gerade, weil als Folge eines solches Windparks die „nächste Attacke auf die Natur“ zu befürchten sei: „Denn der Höhenzug von der Oeventroper Tränke bis Berens Köppken bzw. der Freienohler Kuhweide schließt sich direkt an den Standort des geplanten Sunderner Windparks an.“ Und so wären wohl - sollte der Kreistag dort die Erlaubnis als Präzedenzfall erteilen - die Freienohler Begehrlichkeiten kaum zu verhindern.

Wasserkraftwerk im Neyl

Dann, schimpft Herbert Padberg, ständen auch auf diesem landschaftsprägenden Höhenzug im Westen Oeventrops zahlreiche Masten von 212 Metern Höhe. „Von dem massiven Eingriff in die Natur für Zufahrtsstraßen und Kabeltrassen ganz zu schweigen.“ Zudem würde so ein beliebtes Wandergebiet mit unter anderem dem Ruhrhöhenweg und einem Hauptwanderweg völlig zerstört. „Sicher nicht gut für den Tourismus.“

Deshalb sei es höchste Zeit, zu handeln. „Wenn wir jetzt nicht wach werden, ist es bald zu spät. Und dann werden wir uns angesichts einer zerstörten Landschaft von nachfolgenden Generationen fragen lassen müssen, warum wir dies nicht verhindert haben,“ gibt sich Padberg kämpferisch. Und auch sarkastisch: „Vielleicht machen ja nach Bau des Windparks dessen Befürworter hier Urlaub und schauen sich die ,schönen’ Spargel an. Dann profitiert wenigstens der Tourismus.“

Ebenso wie der Heimatbund Arnsberg ist für Padberg, der gemeinsam mit dem bekannten Umweltschützer Prof. Detlev Schreiber Projekte realisiert hat, die Wasserkraft die Alternative. „Das zeigen schon allein die vielen rentablen Kraftwerke entlang der Ruhr.“

Padberg liefert gleich einen Vorschlag: ein neues Kraftwerk im Oeventroper Neyl, wo bereits bis in die 1960er - zuletzt von VEW - ein solches Kraftwerk betrieben worden sei. „Bis der Atomstrom leider ein anderes Denken verursachte.“ Natürlich sei ein Neubau eine beträchtliche Investition. „Aber so bleibt die Landschaft erhalten und es wird im Neyl nur ein alter Zustand wiederhergestellt. Und: Wasserkraft geht immer.“

Info

Das frühere Wasserkraftwerk an der B 7 im Oeventroper Neyl hat eine lange Geschichte:

In den 1870er Jahren befand sich dort eine mit Wasserkraft betriebene Holzschleiferei.

Später wurde in dem Gebäude eine Papierfa­brik eingerichtet, die verschiedene Besitzer hatte.

1925 wurde das Kraftwerk zum Kreiselektrizitätswerk Arnsberg.

1929 ging es dann in den Besitz der damaligen VEW über.

Der Abriss erfolgte in den 1980er Jahren.

Über dem Wasserzulauf befindet sich heute eine Straße.

Der Untergraben dagegen ist von der Rumbecker Kaiser-Wilhelm-Brücke gut zu sehen.