Wettersäule seit 1969 verschwunden

Auf dieser alten Arnsberg-Postkarte ist die Wettersäule im Vordergrund gut zu erkennen. Seit 1969 ist das gute Stück allerdings verschwunden.
Auf dieser alten Arnsberg-Postkarte ist die Wettersäule im Vordergrund gut zu erkennen. Seit 1969 ist das gute Stück allerdings verschwunden.
Foto: Privat

Arnsberg..  Mancher Mitbürger wird beim Anblick historischer Fotos vom Arnsberger Neumarkt, etwa auf alten Ansichtskarten, Wehmut empfinden: Neben dekorativen Grünanlagen, einem Springbrunnen und dem Kreiskriegerdenkmal von 1875, das heute auf dem Eichholzfriedhof steht, zierte damals auch eine Wettersäule den heute nüchternen Platz.

1874 - als vor 141 Jahren - hatte sie der „Arnsberger Verschönerungsverein“ dort errichtet, damit sie, wie in vielen anderen Städten auch, mittels Barometer, Thermometer, Hygrometer und Wetterfahne den Bürgern nicht nur Entscheidungshilfe hinsichtlich Wintermantel, Sonnenhut oder Regenschirm bot, sondern auch der wissenschaftlichen Wetteraufzeichnung zur Verfügung stand.

Säule muss Soldaten weichen

Als dann im sogenannten „Dritten Reich“ der Neumarkt als Paradeplatz herhalten musste, hatte man für die Wettersäule keinen Platz mehr: Etwa um 1935 wurde sie an der Promenade am linken Ruhrufer vor der alten Badeanstalt aufgestellt. Diese wiederum musste später dem heutigen Sauerlandtheater weichen.

Unsere Zeitung vom 17. Mai 1969 berichtet über einen Beschluss des damaligen Kulturausschusses, die Wettersäule zu entfernen. Man habe sogar einen privaten Interessenten gefunden, der sie auf eigene Kosten abholen wolle. Dazu ist es aber wohl nicht mehr gekommen, denn Säule, so heißt es weiter, sei über Nacht verschwunden. Das steinerne Gehäuse muss dabei abgebrochen oder zerstört worden sein, denn als Ganzes war die Säule nicht zu transportieren.

Über Nacht abtransportiert

Als vor kurzer Zeit - wie berichtet - die auf dem Schlossberg fehlende vierte Kanone vergessen in der Stadtschreinerei wieder aufgefunden wurde, ermutigte es den Arnsberger Heimatbund umso mehr, nun zu fragen, ob auch die Wettersäule oder wenigstens ihre Instrumente nicht irgendwo in Gärten, Schuppen oder Lagern in einen tiefen Dornröschenschlaf versunken sind.

Vielleicht weckt dieser Bericht bei dem einen oder anderen Erinnerungen oder Beobachtungen, die auf den Verbleib der Wettersäule hinweisen könnten. Da sich viele Ältere noch an sie erinnern werden, wäre vielleicht sogar eine Rekonstruktion denkbar. Jedenfalls würde sich der Heimatbund Arnsberg über entsprechende Informationen aus der Bevölkerung freuen. Hinweise nehmen aber auch das Stadtarchiv oder die Redaktion unserer Zeitung entgegen.

Info

Hinweise zum Verbleib der Säule nimmt der Heimatbund unter www.arnsberger-heimatbund.de entgegen.

Das Stadtarchiv ist unter 02931-9638981 oder stadtarchiv@arnsberg.de zu erreichen.

Und unsere Redaktion unter arnsberg@westfalenpost.de