Wenn sich Frauen abgeschlagen fühlen

Hochsauerlandkreis..  Sie treiben regelmäßig Sport, verzichten auf rotes Fleisch, ernähren sich häufig sogar vegetarisch, trinken nicht viel und rauchen nicht. Sie tun fast alles für ihre Gesundheit: viele modernen Frauen von heute. Und trotzdem zeigen einige Anzeichen von Krankheit und Abgeschlagenheit. Immer mehr Frauen, leiden an Eisenmangel, der in extremen Fällen sogar zu Blutarmut (Anämie) führen kann. Es ist die häufigste Mangelerscheinung der Welt.

Betroffen sind in der Regel Menschen, die völlig auf Fisch- oder Fleischgerichte verzichten. Doch wofür braucht der Körper Eisen überhaupt? „Eisen ist ein essenzielles Spurenelement, das der Körper nicht selber produzieren kann. Es ist wichtig für die Bildung des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin und damit für den Sauerstofftransport zu den Organen.

Ohne Sauerstoff funktionieren zum Beispiel auch die Muskeln nicht. Eisen hat Auswirkungen auf den gesamten Körper“, erklärt Dr. Peter Kleeschulte, Leiter des Kreisgesundheitsamtes mit Sitz in Meschede.

Eisen auch in magerem Fleisch

Da der Organismus pro Tag durchschnittlich ein bis zwei Milligramm Eisen verliert, muss dieses täglich mit der Nahrung zugeführt werden.

„Eisen steckt zum Beispiel in magerem Fleisch, Soja, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten, wie Linsen und Bohnen, Spinat und Feldsalat,“ weiß Kleeschulte.

Seiner Ansicht nach ist pflanzliches Eisen gleichwertig gut und wird genauso vom Körper aufgenommen, wie tierisches. Und nur wenn mal ein erhöhter Bedarf besteht, zum Beispiel bei starken Regelblutungen, während Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern in der Wachstumsphase oder bei Geschwüren und chronischen Entzündungen, könne es leicht zu einem Mangel kommen, da müsse man gut drauf achten.

Müde und unkonzentriert

„Die Symptome machen sich in einem schleichenden Prozess bemerkbar. Der oder die Betroffene ist dann öfter müde, unkonzentriert, nervös oder hat Kopfschmerzen. Auch blasse Haut, rissige Lippen, starker Haarausfall und brüchige Nägel können Anzeichen für Eisenmangel sein“, beschreibt Kleeschulte die Symptome. Im schlimmsten Fall könne der Eisenmangel eine Anämie begünstigen, da der Körper zur Produktion der roten Blutkörperchen Eisen benötigt. Der Organismus wird in der Folge allgemein anfälliger für Krankheiten.

Zu Nahrungsergänzungsmitteln rät Kleeschulte aber pauschal nicht. „Jeder kann seinen Eisenbedarf mit seiner täglichen Nahrung decken. Es ist nicht wahrscheinlicher für Vegetarier an Eisenmangel zu erkranken.“ Drei bis viermal die Woche eine Portion mageres Fleisch oder Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte liefern Eisen und andere wertvolle Mineralstoffe. Vitamin-C-reiches Gemüse (Paprika, Rosenkohl, Sauerkraut oder Kartoffeln) könne gut mit jeder Mahlzeit kombiniert.

Droht dennoch der Eisenmangel zum Beispiel aufgrund von Schwangerschaft empfiehlt Kleeschulte ergänzend Medikamente einnehmen. „Das sollte jedoch vorher mit dem behandelnden Arzt abgesprochen und nicht etwa vom Patienten prophylaktisch eingenommen werden. Zu viel Eisen ist auch gesundheitsschädlich“, weiß Kleeschulte.