Wenn Kinder zu Lehrern werden
08.02.2012 | 16:28 Uhr 2012-02-08T16:28:00+0100
Arnsberg. Der Grundstein für ein vernünftiges Ernährungsverhalten wird schon in früher Kindheit gelegt. Und damit dies möglichst mit nachhaltiger Wirkung geschieht, hat die Kindertagesstätte „Kleine Strolche“ das Projekt „Gesundheit und Wohlergehen“ aufgelegt. In enger Zusammenarbeit mit der Birkenpfadschule. Neu dabei: Kindergartenkinder werden zu kleinen Lehrern.
Der Grundstein für ein vernünftiges Ernährungsverhalten wird schon in früher Kindheit gelegt. Und damit dies möglichst mit nachhaltiger Wirkung geschieht, hat die Kindertagesstätte „Kleine Strolche“ das Projekt „Gesundheit und Wohlergehen“ aufgelegt. In enger Zusammenarbeit mit der Birkenpfadschule. Neu dabei: Kindergartenkinder werden zu kleinen Lehrern.
Die enge Kooperation zwischen „Kleinen Strolchen“ und Birkenpfadschule hat Tradition. Nicht nur bei diesem Projekt. Denn mit derartigen Verknüpfungen von Schul- und Kindergartenalltag, erklärt Kita-Chefin Margot Albers, „sollen die Kinder die durchaus vorhandene Scheu vor der Schule verlieren, so dass später der Übergang von Kindergarten zur Grundschule fließend ist“.
Doch zurück zum Projekt „Gesundheit und Wohlergehen“: Vier Wochen lang haben die Mädchen und Jungen der „Kleinen Strolche“ u.a. die Themenfelder Körperfunktionen, Hauswirtschaft, Sinneserfahrung (Geschmack, Gefühl), Hygiene, verschiedensten Aspekte zur Gesundheit und natürlich die Ernährungspyramide fleißig beackert.
Theorie und Praxis
„Dabei haben wir Theorie und Praxis miteinander verbunden“, sagt Margot Albers. Durch Experimente, in denen zum Beispiel die Kinder den Zuckergehalt von Limonaden ermittelten. Dieses so gewonnene Wissen wurde dann durch Sachbilderbücher wie „Die Bäuchlinge“ weiter vertieft.
Gearbeitet wurde in verschiedenen Gruppen. So kümmerte sich ein Teil der Kinder um den Einkauf von Nahrungsmitteln, die dann als lecker - und natürlich absolut gesund - zubereitetes Frühstück in einer eigens errichteten Kinder-Kantine „verkauft“ wurden. „Das hat allen großen Spaß gemacht“, so Albers. „Dies auch, weil die Kinder vieles selbstständig erledigen durften.“
Vier Workshops
Gestern Morgen nun die Premiere in der ersten Klasse der nahen Birkenpfadschule: Die Mädchen und Jungen der Kita wurden zu Lehrerinnen und Lehrern und präsentierten den „großen“ Schulkindern alle Erkenntnisse, die sie in dem vierwöchigen Projekt zusammengetragen hatten - aufgeteilt in vier verschiedenen Workshops.
Da wurde erläutert, bei welchen Nahrungsmitteln man durchaus „zuschlagen“ kann (bei z.B. Flüssigkeiten, Kohlehydraten, Obst und Gemüse) und wo man eher Vorsicht walten lassen sollte. Zum Beispiel bei den Süßigkeiten, die an der Spitze der Ernährungspyramide stehen.
Fördert Selbstbewusstsein
Aber auch das praktische Geschehen kam nicht zu kurz. Unter Anleitung der „Kleinen Strolche“ erstellten die Erstklässler Kollagen zum Thema Gesundheit, sammelten Sinneserfahrungen („Hey, was ist die Zitrone sauer!“) und produzierten mit Hilfe einer Kornmühle Haferflocken für ein Müsli. Besonders im Rampenlicht stand in der Schulküche aber die Kinder-Kantine, in der die jungen Lehrer das von ihnen bereitete Frühstück servierten - gesund vom ersten bis zum letzten Bissen.
Unter dem Strich, findet Margot Albers, für beide Seiten eine gute Sache: „Weil Wichtiges über gesunde Ernährung vermittelt wird, weil durch ihr selbstständiges Handeln das Selbstbewusstsein der Kita-Kinder gefördert wird und diese wiederum auch von den Erstklässlern lernen, die ihre eigenes Wissen beigesteuert haben.“
Nachhaltig vermitteln
Dem pflichtet auch Klassenlehrerin Barbara Heckmann bei: „So kann ein wichtiges Thema nachhaltig vermittelt werden und die Kinder können in diesem Rahmen so einiges ausprobieren.“ Und weil richtige Ernährung Basis für eine gute Gesundheit ist, arbeite die Schule in diesem Bereich auch schon mit dem Landfrauenverband zusammen.

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