Wenn Hunde einen Giftköder fressen, sofort zum Tierarzt

Vorsicht Giftköder: Die Labradore Ema und Paula aus Sundern sind ruhige Zeitgenossen, die es lieben, überall zu schnuppern. Das kann für Hunde an Spazierwegen in letzter Zeit gefährlich werden.
Vorsicht Giftköder: Die Labradore Ema und Paula aus Sundern sind ruhige Zeitgenossen, die es lieben, überall zu schnuppern. Das kann für Hunde an Spazierwegen in letzter Zeit gefährlich werden.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Giftköder, die Hunde töten können, sollen an beliebten Spazierwegen in Arnsberg und Sundern ausgelegt worden sein. Wir sprachen mit betroffenen Hundebesitzern über Schutzmaßnahmen.

Arnsberg/Sundern.. Seit Tagen gibt es Gerüchte um Fleischwurst, die mit Rasierklingen oder Rattengift präpariert ist. Greifbar war zunächst wenig, da Anzeigen online geschaltet wurden und bei der örtlichen Polizei unbekannt waren. Unsere Redaktion hat nun mit zwei Hundebesitzer aus Sundern gesprochen, deren Hunde mit knapper Not überlebt haben.

Labradore nur knapp dem Gifttod entkommen

Die Labrador-Damen Ema und Paula laufen fröhlich und ohne jeden Argwohn den Weg zum Stutenhof in Sundern entlang. Sie wissen nicht, dass sie hier nur knapp dem Gifttod entkommen sind. Besitzer Anna Kordes und Arndt Wellbrock sahen den beiden am 17. Juli gelassen beim Schnuppern zu.

Hundeattacken Doch dann kam Ema zurück und schmatzte, hatte etwas Schmieriges in der Schnauze. Arndt Wellbrock fasste sofort zu, um alles herauszuholen. Für ihn war es gleich klar: Hackfleisch mit roten Körnern durchzogen - das war Rattengift. Den Fund packte er in den Kotbeutel. Sofort fuhren sie zum Tierarzt.

Schnelle Reaktion wichtig

Die schnelle Reaktion verhinderte schlimmeres. Die Hunde bekamen ein Brechmittel, das reicht, denn Rattengift wirkt erst viel später. Der herzkranken Ema ging es danach zwar trotzdem sehr schlecht, der Zustand war aber nicht lebensbedrohlich. Dass sie nun Anzeige erstatten würden, war für das junge Paar klar. Die Tierärztin bestätigte den Vorfall, so dass jetzt ermittelt wird.

Keine absolute Sicherheit – Hundebesitzer sind vorsichtig

Aber wie verhält man sich als Hundebesitzer nun beim Gassi gehen? Jessica Blauth, die oben am Stutenhof oft mit fremden Hunden, die sie betreut, spielt und trainiert, ist sich sicher. „Gerade Labradore inhalieren Hackfleisch fast, die Besitzer haben keine Chance einzugreifen, so schnell ist es gefressen.“ Aber auch andere Hunde nehmen schnell etwas vom Boden auf. Einen Maulkorb möchten die Hundebesitzer ihren Tieren aber auch nicht zumuten.

Ema und Paula hören aufs Wort

Nicht mehr richtig schnuppern können, gehe gar nicht, meinen die Hundekenner. Ruhig und gelassen reagieren Ema und Paula auf andere Hunde, bellen nicht, hören aufs Wort. „Und so sind die meisten“, weiß Jessica Blauth aus ihrer Betreuungserfahrung.

Tiere „Wer solchen Tieren etwas antut, kann kein normaler Mensch sein“, sind sich alle Hundebesitzer einig, und da es gerade am „Neuen Friedhof“ früher schon solche Vorfälle gab, sind alle doppelt vorsichtig. Jessica Blauth sucht die Spielwiese ab, bevor sie die Pflegehunde laufen lässt. „Ich sage den Besitzern vorab, was sich hier oben ereignet hat, denn 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht.“

Immer auf die Hunde achten

Arndt Wellbrock hat nun immer ein Auge auf seine Hunde, wenn sie intensiv schnuppern. „Und wir gehen jetzt viel häufiger Spazierwege, die stark besucht sind wie den Airlebnisweg in Amecke“, erklärt er, dort fühlt man sich einfach sicherer. Diesen „Hype“, der um die Giftköder in den sozialen Netzwerken stattfindet, machen er und Jessica Blauth nicht mit.