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Martinsumzüge müssen auf Liedgut achten - GEMA sitzt Veranstaltern im Nacken

10.11.2012 | 06:00 Uhr
Martinsumzüge müssen auf Liedgut achten - GEMA sitzt Veranstaltern im Nacken
Singen beim Martinszug kann Geld kosten. Je nach Liedgut könnte die GEMA abkassieren.Foto: Ted Jones

Arnsberg/Sundern.  Laterne angezündet und losmarschiert? Denkste! Organisatoren der traditionellen Martinsumzüge müssen sehr gut überlegen, wer als Veranstalter auftritt, welche Lieder gesungen und ob deren Texte per Handzettel verteilt werden - sonst haben sie womöglich bald die „GEMA“ am Hals. Beispiele aus der Stadt Arnsberg.

Fakt ist, die „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Verwertungsrechte“ hat bereits vor einiger Zeit rund 36 000 ­KiTas in ganz Deutschland angeschrieben und darauf aufmerksam gemacht, „dass bei der Vervielfältigung von Texten und Liedern, die in den vergangenen 70 Jahren komponiert wurden, Urheberrechte vergütet werden müssen.“

Auch ins Familienzentrum „Kunterbunt“ in Hachen flatterte ein „GEMA-Brief“. „Wir haben das dann in einer Leiterinnenrunde thematisiert, die Stadt hat sich der Sache daraufhin angenommen“, erinnert sich Karen Buzilowski, Leiterin der städtischen KiTa, deren Kinder am Freitag mit Martin auf Tour gingen. „Außerdem verteilen wir keine Textzettel, wir haben unsere Lieder auswendig gelernt“, so die Erzieherin weiter.

Gut zu wissen ist, ein „Klassiker“ kostet definitiv nichts: „Der Autor des Volksliedes ‘Laterne, Laterne’ ist nicht bekannt, das Singen somit gebührenfrei“, sagt die Behörde mit Sitz in Berlin. Gut zu wissen ist auch, dass Kirchengemeinden als Veranstalter von Martinszügen nicht extra zur Kasse gebeten werden können: „1986 hat die katholische Kirche einen bundesweit geltenden Vertrag mit der GEMA geschlossen“, erklärt Thomas Throenle auf Anfrage. Das Vertragswerk decke auch Martinszüge mit ab - vor­ausgesetzt, die jeweilige Gemeinde ist Organisator, es wird kein Eintritt verlangt und nicht getanzt, so der Sprecher des Bistums Paderborn.

Schützen in Alt-Arnsberg und Neheim wittern Skandal

In Alt-Arnsberg und Neheim treten jedoch jeweils die Schützen als Veranstalter in Aktion. „Es ist skandalös, dass die GEMA jetzt auch noch für altes Volksliedgut wie ‘Rabimmel, Rabammel, Rabumm’ abkassieren will“, ärgert sich Klaus Humpe. Er sei davon „völlig überrascht“, sagt der Oberst der Neheimer Jäger und appelliert an Gesetzgeber und heimische MdBs, „endlich klare Regelungen zu schaffen“. „Bei kommerziellen Veranstaltungen mag man es noch einsehen“, so Humpe, aber bei einem ehrenamtlich organisierten Martinszug, für den in der Regel der Veranstalter Geld zuschieße, Gebühren zu erheben, wäre „einfach unglaublich“.

Torsten Koch

Kommentare
13.11.2012
13:25
die GEMA hat nicht mehr alle Tassen im Schrank
von Oldsiggi | #60

Den Kampf gegen Raubkopierer im Internet hat die GEMA längst verloren. Jetzt versucht sie sich (angeblich) entgangene Gewinne von Kleinkindern zurück...
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1 Antwort
Martinsumzüge müssen auf Liedgut achten - GEMA sitzt Veranstaltern im Nacken
von DerBiker72 | #60-1

Doch, aber die tun ja nichts.

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Martinsumzüge müssen auf Liedgut achten - GEMA sitzt Veranstaltern im Nacken
Martinsumzüge müssen auf Liedgut achten - GEMA sitzt Veranstaltern im Nacken
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http://www.derwesten.de/staedte/arnsberg/wenn-der-martin-mit-der-gema-teilen-muss-id7276514.html
2012-11-10 06:00
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