Wenn Chefs vom Wildschwein lernen

Eine ganz spezielle berufliche Fortbildung ist die zwölf  Kilometer lange Tageswanderung mit Anton Lübke.
Eine ganz spezielle berufliche Fortbildung ist die zwölf Kilometer lange Tageswanderung mit Anton Lübke.
Foto: WP

Allendorf..  Das Chefs von Wildschweinen lernen können, davon ist Anton Lübke überzeugt. Und der Allendorfer muss es wissen:

Etwa 400 Führungskräften aus dem Märkischen Kreis und dem Hochsauerlandkreis, aber auch aus Großstädten wie Köln, Düsseldorf, Bremen oder Dortmund hat er in den vergangenen sechs Jahren eine ganz spezielle berufliche Fortbildung angedeihen lassen: eine zwölf Kilometer lange Tageswanderung durch die Wälder und über die Berge seiner Heimat.

Zukünftiges Alleinstellungsmerkmal

„Dabei waren Wirtschafts­bosse, aber auch Psychologen, Akademieleiter, Trainer und Professoren“, erinnert sich Lübke, „und alle haben sich, teils nach anfänglicher Skepsis, von dieser ungewohnten Art des Lernens überzeugen lassen.“ Jetzt möchte er seine „noch kleine Initiative“ – durch Kooperation mit Sauerland Tourismus e.V. – weiter ausbauen; „sie könnte zu einem ­Alleinstellungsmerkmal für unser Sauerland werden“, ist der Allendorfer überzeugt.

Seinen Mitbürgern in der Titularstadt ist der 62-Jährige vor allem als Vorsitzender des Brauchtumspflege-Vereins „Fickeltünnes“ ein Begriff. Keine Überraschung also, dass der größte Teil der Seminar-Wanderstrecke – übrigens unter dem Motto „Frischer Wind in helle Köpfe“ – auf dem „Fickeltünnesweg“ verläuft. Diesen Weg hat der Sauerländische Gebirgsverein zum „Weg des Jahres 2014 bis 2016“ gekürt. Beste Voraussetzungen für nachhaltiges Lernen

Laut Anton Lübke ja:

„Sofort umsetzbare Impulse aus über 25-jähriger Führungsverantwortung“ bietet Spar­kassen-Regionaldirektor Lübke seinen Seminarschülern. „Alle Impulse sind stets mit Bildern aus der Natur verbunden“, erklärt er, „und die sorgen dafür, dass die Impulse im Langzeitgedächtnis gespeichert werden.“ Darum sei diese Art der Fortbildung eine „langfristige, lohnende In­vestition“, verschaffe Teilnehmern mehr Erfolg, mehr Gesundheit und mehr Leistungsbereitschaft.

Und was wird „auf Strecke“ alles geboten? „Die Heiligen in den Fenstern der Dorfkirche, ein Halt auf dem Friedhof, ein Baumtelefon, der traumhafte Blick über weite Teile des Sauerlandes als Anker für verbesserte Führungskompetenz, die älteste Forellenzuchtanlage in NRW und etwa 70 fantasievoll gestaltete Steinmännchen am Sauerland-Höhenflug“, zählt Anton Lübke die „Highlights“ auf. Und was Chefs von Wildschweinen lernen können, verrät er beim Halt an einer Wildschweinsuhle!

Damit die Eindrücke nicht verloren gehen, erhalten alle Teilnehmer im Anschluss täglich einen der 16 Impulse der Wanderung per ­E-Mail; und ganz zum Schluss alle Impulse in schriftlicher Form mit Bildern von der Wanderung. Im Übrigen gilt, Kneifen gilt nicht:

„Was machen wir denn, wenn es regnet?“, wurde Lübke einmal gefragt – und konterte: „Was machen Sie denn, wenn es in ihrem Unternehmen mal stürmisch zugeht?“