Wehrleute bei Brandeinsatz in Lebensgefahr

Die Scheune an der Sunderner Straße ist nach dem brisanten Fund
Die Scheune an der Sunderner Straße ist nach dem brisanten Fund
Foto: Ted Jones/WP
Was wir bereits wissen
Bei der Nachuntersuchung eines Scheunenbrandes auf Glutnester an der Sunderner Straße in Arnsberg machten Feuerwehrleute am Donnerstagmorgen gegen 4 Uhr einen hochexplosiven Fund.
  • Sollte es sich bei den per Zufall aufgefundenen Waffen um Kriegsgerät handeln, wird es happig:
  • „Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz werden mit einer Freiheitsstrafe von nicht unter einem Jahr geahndet,“ erklärte dazu Kreispolizeisprecher Ludger Rath.
  • Über die Hintergründe des festgenommenen <hervorhebung>54-jährigen Mannes machte die Polizei am Donnerstag keine weiteren Angaben.

Arnsberg.. Unfassbar: Bei der Nachuntersuchung eines Scheunenbrandes auf Glutnester an der Sunderner Straße in Arnsberg machten Feuerwehrleute am Donnerstagmorgen gegen 4 Uhr einen hochexplosiven Fund - mehrere Kisten mit Munition, Schwarzpulver und Granaten sowie Waffen. Hätte das Feuer auf diese gefährliche Sammlung übergegriffen und zur Explosion gebracht, wäre das Leben von Einsatzkräften in Gefahr gewesen. Das Landeskriminalamt ermittelt inzwischen vor Ort.

Gelände weiträumig abgesperrt

Sofort nach der brisanten Entdeckung wurde das Einsatzgelände von der Feuerwehr geräumt und weiträumig abgesperrt. Die polizeilichen Ermittlungen setzten unmittelbar danach ein. Wie Polizeisprecher Ludger Rath auf Anfrage erklärte, loderten die Flammen in unmittelbarer Nähe des Fundort von Waffen, Schwarzpulver und Munition. „Damit haben die Feuerwehrleute sehr großes Glück gehabt, dass hier nichts Schlimmeres passiert ist.“ Die Untersuchungen der Polizei laufen auf Hochtouren. „Vor allem interessiert die Frage, wer diese Dinge dort gelagert hat.“

Zudem gelte es jetzt festzustellen, um welche Art von Waffen und Munition es sich handelt. „Stammen sie aus dem Weltkrieg, ist für deren Entsorgung bzw. Entschärfung der Kampfmittelräumdienst zuständig, sind sie neueren Datums, ist dies Angelegenheit des Landeskriminalamtes."

„Da haben die Kameraden vor Ort wirklich Glück gehabt"

Und sollte der Brand vorsätzlich gelegt worden sein, stelle sich neben der Suche nach dem Täter noch die spannende Frage: „Warum wurde die Scheune angesteckt?“. Mehr wollte Ludger Rath aus ermittlungstaktischen Gründen zum aktuellen Zeitpunkt jedoch noch nicht sagen. Nur noch so viel: Handele es sich um Kriegswaffen, werde auch wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz ermittelt.

Bei der Arnsberger Wehr ist man durchaus geschockt. „Aber leider kann man so etwas nie ausschließen,“ sagte deren Sprecher, Stadtbrandinspektor Peter Krämer. „Da haben die Kameraden vor Ort wirklich Glück gehabt.“ Es komme immer wieder vor, dass man bei Einsätzen auf Dachböden auf alte Munition oder Granaten stoße. „Wir wissen eben nie, was uns beim Betreten eines Hauses erwartet.“

Scheunenbrand war schnell gelöscht

Der Brand in der Scheune selbst war übrigens schnell gelöscht. Im Einsatz waren die Hauptwachen Arnsberg und Neheim sowie der Löschzug Arnsberg, die im Innen- und Außenangriff gegen das Feuer vorgingen. Auch der Rettungsdienst war ausgerückt. Zusätzlich brisant: Die Scheune befindet sich direkt an einem Wohnhaus.

Nach etwas mehr als zwei Stunden konnte der Großteil der rund 30 Einsatzkräfte wieder in die jeweiligen Standorte einrücken. Eine Gruppe verblieb allerdings mit einem Löschfahrzeug als Brandwache an der Einsatzstelle.

Kampfmittelräumdienst hilft

Den Experten des Landeskriminalamtes steht laut Bezirksregierung zudem ein Angehöriger des Kampfmittelräumdienstes als Sachverständiger bei den Ermittlungen vor Ort zur Seite.