Wechsel der Gemeinde

Versammlung der evangelischen Kirchengemeinde Neheim am 14. Juni..  Der Artikel vom 16. Juni gibt den Verlauf der Versammlung nicht richtig wider. Er vermittelt den Eindruck, dass Neubaugegner zur Eskalation beitrugen, Pfarrer und Presbyterium sich loyal verhielten. Das stimmt nicht! Bei kritischen Diskussions-Beiträgen, nicht nur von Bertram Brökelmann, wurde das Mikro abgeschaltet.


Was ist bisher geschehen? Bisher wurde die Gemeinde bei gravierenden Veränderungen vor voll­endete Tatsachen gestellt und nachträglich informiert: 1. Auflösung des Kindergartens Fresekenweg (heute Voraussetzung für die Aufgabe des Gemeindehauses).
2. Planung eines neuen Gemeindehauses neben der Christuskirche, Vergabe des Projektes an den Sohn des Presbyteriumsmitglieds Dieterle. 3. Die Baugenehmigung der Stadt Arnsberg verstößt gegen Bauvorschriften. Bürger fragen sich, ob in Arnsberg wirklich alles gebaut werden darf, wobei historische Gebäude mitunter dem Abriss preisgegeben werden. 4. Die Kosten für den Neubau waren mit 495 000 Euro veranschlagt. Etwas später wurden die Baukosten schon mit 730 000 Euro angegeben, wobei die Einrichtung des Hauses und der Abriss des alten Gemeindehauses noch nicht bewertet wurden.


Es ist damit zu rechnen, dass ca. eine Million Euro nach Fertigstellung erreicht werden. 5. Die finanzielle Situation der Kirchen ist schlecht, in einigen Gemeinden müssen Kirchen geschlossen oder verkauft werden, z. B. in Langscheid, Müschede und Arnsberg (Erlöserkirche). Vor diesem Hintergrund ist es kaum nachvollziehbar, dass in Neheim ein Millionen-Projekt angestrebt wird und ein voll funktionsfähiges Gemeindehaus, in dem alle Gruppen der Gemeinde tagen, abge­rissen werden soll. Auch ohne Renovierung sind die Räume, der Gemeindesaal, Küche, Toiletten, Flure und sonstigen Räumlichkeiten zu nutzen. Eine Renovierung in den nächsten Jahren ist mit einer Summe von ca. 150 000 Euro veranschlagt, die realistisch erscheint. 6. Zwei Gemeindeglieder hatten sich in der Vergangenheit bereit erklärt, die Heizungs- bzw. Energiekosten für zehn Jahre zu übernehmen. Dieses Angebot, welches insgesamt 110 000 Euro betragen hätte, wurde abgelehnt.


Nach neueren Plänen soll auf dem Dach des neuen Gemeindehauses eine ca. 85 qm große Dachterrasse erstellt werden. Gemeindeglieder und Anwohner sind entsetzt, dass neben einer historischen Kirche eine Party-Dachterrasse entstehen soll. Ein Großteil der Gemeinde ist über die Entscheidung des Presbyteriums und der Pfarrer entsetzt – darum die Verärgerung, die auch in der Versammlung am 14. Juni zum Ausdruck kam. Nicht wenige Gemeindeglieder haben resigniert, kommen nicht mehr in Gemeindeversammlungen und ­Gottesdienste. Ein Gemeindewechsel wird bereits praktiziert und von weiteren Gemeindegliedern in Erwägung gezogen.

Ursula Raabe-Block

Sleperfeld 14, Arnsberg-Bergheim