Waffenfund in Scheune hat keinen politischen Hintergrund

Auf dem Bild bereiten sich Einsatzkräfte auf das Bergen der brisanten Fundstücke vor.
Auf dem Bild bereiten sich Einsatzkräfte auf das Bergen der brisanten Fundstücke vor.
Foto: Ted Jones/WP
Was wir bereits wissen
In der Scheune eines Mannes hat es gebrannt. Dort wurden Munition und Waffen gefunden. Die Polizei ermittelt wegen Verstoß gegen das Waffengesetz.

Arnsberg.. Der 54-jährige Arnsberger, der in Verdacht steht, Waffen, Munition und Schwarzpulver in großen Mengen in einer Scheune an der Sunderner Straße in Arnsberg gehortet zu haben, ist wieder auf freiem Fuß: In Absprache mit dem zuständigen Staatsanwalt wurde er noch am Donnerstagabend aus der Haft entlassen. Die Ermittlungen gegen ihn laufen jedoch weiter.

„Es gibt keinen Grund,“ erklärte Polizeisprecher Ludger Rath auf Anfrage, „den Mann noch weiter in Untersuchungshaft zu belassen.“ Denn dieser habe einen festen Wohnsitz und eine feste Arbeitsstelle. Bei dem Arnsberger handele es sich um einen Sammler und Händler für diese „Produkte“. Ein politischer Hintergrund wird ausgeschlossen.

Dennoch laufen die Ermittlungen gegen den 54-Jährigen weiter unter Volldampf. Dabei sei jetzt auch die Richtung völlig klar. Weil es sich bei den von der Feuerwehr bei einem Brandeinsatz am frühen Donnerstagmorgen gegen 4 Uhr entdeckten Waffen und Munition nicht um Kriegsgerät handelt, „wird jetzt wegen des Verstoßes gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz ermittelt“, so Rath weiter.

Weitere Klarheit habe nun auch die Untersuchung des Brandsachverständigen ergeben. Ergebnis: eine Brandstiftung liegt nicht vor. Auch ein technischer Defekt wird als Ursache ausgeschlossen. Laut Ludger Rath verdichten sich jedoch die Hinweise, dass die Ursache für den Brand in einer chemischen Reaktion liegen könnte. „In dem Raum wurde schließlich auch das komplette Equipment für das Herstellen von Munition gelagert. Da ist es durchaus möglich, dass sich angesichts der großen Hitze in den vergangenen Tagen Rückstände vom Zusammenbau der Patronen entzündet haben.“

Verdächtiger aus U-Haft entlassen

Der 54-Jährige hat den Raum in der Scheune bzw. dem Schuppen angemietet. Dort stießen dann die Ermittel der Kreispolizeibehörde des Landeskriminalamtes unter anderem auch auf Teile verschiedenster Waffenmodelle. Und auf eine größere Menge an Patronenhülsen. Die Polizei wies nochmals auf die Gefahr hin, in der sich die Feuerwehrleute angesichts der Mengen an Schwarzpulver und Treibladungen bei ihrem Einsatz befunden hatten. Eine in Zusammenhang mit Feuer sehr brisante Mischung.

Besonders schlimm auch: Der Besitzer von Scheune und unmittelbar angrenzendem Wohnhaus hat erst vor zwei Jahren einen tragischen Brand erleben müssen.