Vor 100 Jahren brennt Rumbecker Kloster

Nach der Feuersbrunst vom 29. Dezember 1914 blieb vom ehemaligen Kloster Rumbeck nur noch eine Ruine übrig. Bild zeigt den ausgebrannten Südflügel, der 1916 wieder aufgebaut wurde. Vorne die heutige Straße "Am Alten Kloster".
Nach der Feuersbrunst vom 29. Dezember 1914 blieb vom ehemaligen Kloster Rumbeck nur noch eine Ruine übrig. Bild zeigt den ausgebrannten Südflügel, der 1916 wieder aufgebaut wurde. Vorne die heutige Straße "Am Alten Kloster".
Foto: WNM
Vor 100 Jahren, in der Nacht vom 28. zum 29. Dezember 1914, brannten die Gebäude des ehemaligen Rumbecker Klosters fast völlig aus, auch ein Teil der angrenzenden Kirche wurde durch die Flammen in Mitleidenschaft gezogen.

Rumbeck..  Vor 100 Jahren, in der Nacht vom 28. zum 29. Dezember 1914, brannten die Gebäude des ehemaligen Rumbecker Klosters fast völlig aus, auch ein Teil der angrenzenden Kirche wurde durch die Flammen in Mitleidenschaft gezogen.

Die Feuerwehr hatte in dieser Zeit viel zu wenig Personal, zahlreiche Männer des Dorfes und der umliegenden Wehren kämpften auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges und standen somit für den heimischen Löscheinsatz nicht zur Verfügung.

Das Feuer begann wohl damals auf dem Dachboden des Kornspeicherhauses über der Wohnung des Gutsverwalters. Hier hatte das Personal am Vorabend den Küchenofen angeheizt, durch einen Funken aus dem angeblich undichten Schornstein solle sich um den Kamin gelagertes Sägemehl entzündet haben.

Pfarrer muss geweckt werden

Das „Centrale Volksblatt“ berichtete bereits am Vormittag über die Katastrophe: „In der vergangenen Nacht ertönten plötzlich die Brandsignale. Bei dem herrschenden Sturme ergriffen die Flammen sehr bald auch die in der Fortsetzung gelegene Gutswohnung sowie den nördlichen Flügel mit dem Pastorat“.

Pfarrer Wilhelm Wix, der den Südflügel bewohnte, wurde durch lautes Rufen geweckt: „Herr Pastor, Herr Pastor, die Kirche brennt“. Eiligst rettete er das Allerheiligste aus dem Tabernakel und brachte mit Hilfe von mutigen Bürgern zahlreiche wertvolle Gegenstände in Sicherheit. Währenddessen griffen die Flammen schon auf das Pastorat und die Lehrerwohnung über und verwandelten alles, wie es in der Chronik heißt, „in einen Trümmerhaufen“.

Fritz Timmermann, im Oktober dieses Jahres verstorbener Rumbecker Ortsheimatpfleger, beschreibt in seinem Buch „Rumbeck 1185 – 1985“ die Erlebnisse seines Onkels Josef in der Brandnacht.

Josef Timmermann erinnert sich, dass der der stürmische Südostwind das Feuer auf die Kirche drückte, als plötzlich der Wind umsprang und den an das Kornhaus angebauten Südflügel in Brand setzte. Die Helfer schöpften das Löschwasser mit Ledereimern aus dem Bach und schütteten es in die Rumbecker Feuerspritze. Es war in dieser Nacht so bitterkalt, dass das Wasser in den Feuerwehrschläuchen gefror. In der Räucherei des Gutes flogen aufgrund der großen Hitze die Schinken und Speckseiten durch die Luft.

Durch Krieg nur wenig Wehrleute

.Als die Feuerwehren aus Arnsberg und Oeventrop anrückten, waren die Gebäude bereits völlig ausgebrannt. Die Rumbecker Schulchronik vermerkt hierzu folgendes: „Wenn die Feuerwehren aus Arnsberg und Umgebung mit mehr Leuten versehen gewesen wären, so wäre der Südflügel zu erhalten gewesen. Aber infolge des Krieges waren viele Feuerwehrleute eingezogen und die Wehren daher wenig leistungsfähig. Der Verdienst, die Kirche erhalten zu haben, gebührt der Rumbecker Feuerwehr und einigen beherzten Leuten, die auf dem Kirchenboden gegen das Ausbreiten des Feuers kämpften“.

Keine Indizien für Straftat

Das „Centrale Volksblatt“ schreibt einen Tag nach dem Brand: „Man vermutet wohl nicht mit Unrecht Brandstiftung, zumal die Eisenstangen an einem der Kellerfenster des Kornspeichers heute total verbogen waren. Das war gestern noch nicht der Fall“. Bei einer späteren Untersuchung ergaben sich allerdings keinerlei Anhaltspunkte für eine Straftat.

Das niedergebrannte Klostergebäude stammte in seinen ältesten Teilen um das Jahr 1193, heute sind an der Mescheder Straße noch die mächtigen Ruinen des ehemaligen Kornhauses zu sehen. Der Südflügel wurde dann in den Jahren 1916 und 1917 wieder aufgebaut, allerdings dabei um insgesamt drei Fensterachsen verkürzt. Dort sind heute das Pfarramt St. Nikolaus, Übungs- und Gruppenräume sowie das Pfarrarchiv der Rumbecker Kirchen-Gemeinde untergebracht.