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Frühlings-Poesiepfad...

Von tief berührten Seelen

22.03.2009 | 13:25 Uhr
Von tief berührten Seelen

Arnsberg. Die lang ersehnte Frühlingssonne lockt endlich auch im Mühlbachtal erste zarte Blüten hervor. Und zwischen Schneeglöckchen und Huflattich sprießen zum Frühjahrsbeginn Liebesgedichte am Wegesrand - und wecken Frühlingsgefühle.

Dr. Markus Meik versprach den zahlreich erschienenen Lyrik- und Naturliebhabern am kalendarischen Frühlingsanfang eine Achterbahnfahrt der Gefühle. „An jeder der 20 Stationen des Poesiepfads warten Texte, die in irgendeiner Weise der Liebe gewidmet sind. Sie alle kreisen um das eine Thema: Das Herz steht still - der Verstand steht Kopf.” Und die Besucher wollten sich nur zu gerne den Kopf verdrehen und sich verführen lassen: vom Zauber des Augenblicks, eingefangen von tief berührten Dichterseelen. Sich küssen lassen von der Poesie und auch in humorvollen Kalauern über Liebesdinge herzhaft lachen.

So wurden denn ausgewählte Liebesgedichte spontan und voller Inbrunst von den Teilnehmern der Liebsten oder dem Liebsten vorgetragen. Und die Liebe war natürlich auch das Gesprächsthema Nummer Eins am Wegesrand. Liebesglück und Liebesleid. „Wer einsam ist, der hat es gut, weil ihm dann keiner etwas tut”, zitierte Meik, Vorsitzender der Literarischen Gesellschaft, in seinen Ausführungen Wilhelm Busch, zeitlebens eingefleischter Junggeselle.

„Frauenheld” Berthold Brecht „singt” sein „Liebeslied”. Stürmisch präsentiert sich Johann Wolfgang von Goethe in Liebesdingen: „In meinen Adern welches Feuer! In meinem Herzen welche Glut!” Rosarot ist die Brille mancher Dichter. Doch was ist, wenn es nicht gleich mit der Liebe klappt? Eugen Roth gibt Tipps für den „Erfolglosen Liebhaber” am Wegesrand.

Und diese Tipps oder auch alle anderen Liebesgedichte des Frühlingspoesiepfades 2009 gibt es nun erstmals im Taschenformat zum Mitnehmen. Gemeinsam mit der heimischen Druckerei Becker hat die Literarische Gesellschaft das erste von einer geplanten Reihe von Poesieheftlein herausgebracht. Insgesamt 130 Exemplare wurden gedruckt. „Und das Design passt sogar in den Wald hinein”, sagt Meik. Auch die Besucher zeigten sich von der Idee begeistert. Da die Kosten von der Druckerei Becker übernommen wurden, ist das Heftchen im Sparbuchformat kostenlos erhältlich.

Im Sommer werden dann wieder andere Gedichte den Poesiepfad zieren. Aber die Liebe bleibt - als Textbuch. Und bis zum Sommeranfang kann die zarte Liebe im Rumbecker Mühlbachtal erst einmal in Ruhe wachsen.

Von tief berührten Seelen

Ute Vollmer

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