Von einem kräftigen Schub ist nichts zu spüren

Kräftiger Schub nach vorn im alten Arnsberg. Als ich diesen Artikel las, habe ich erstmal nachgeschaut,
ob der Bericht tatsächlich im
Lokalteil meiner Heimatzeitung
erscheint oder ob ich mich
schon auf der Seite der Satire befinde?

Als geborener und aufgewachsener Arnsberger, der dann aber schnell im fortgeschrittenen Alter

berufsbedingt diese Stadt verlassen hat und noch sporadisch an
Wochenenden zurückkommt,
fällt es mir schwer zu verstehen,
um welchen „kräftigen Schub es sich hier im alten Arnsberg“

handeln soll?

Wenn ich in Wochenabständen durch meine Geburtsstadt fahre, erkenne ich ständig neue Lädenschließungen, Verwahrlosungen an markanten Plätzen sowie Baustellen, die sich gefühlt übers ganze Jahr erstrecken und den Zentralnerv der Innenstadt berühren. Mir erschließt sich hier weder Schub noch Fortschritt.

Für einen Umbau einer Streckenlänge von vielleicht mal drei bis sechs Kilometer, wenn überhaupt,
einen Zeitraum von ca. neun Monaten zu benötigen, bedeutet fast schon einen Eintrag ins Lehrbuch der Possen. Nur mal so als Beispiel: In China werden 100 Kilometer Autobahn an einem Wochenende erledigt!

Wenn ich dann noch sehe und höre, welche Anstrengungen unternommen werden, um die Attraktivität von Alt-Arnsberg im Konsumverhalten der Bürger zu stärken, fühle ich mich wirklich in die Welt der Satire versetzt. Hier seien den Verantwortlichen oder all denen, die sich da angesprochen fühlen, einmal die Beispiele von Nachbargemeinden nähergebracht. Vergleichen Sie doch mal einen verkaufsoffenen Sonntagnachmittag in Eslohe, ja, Sie haben richtig gelesen, Eslohe, mit dem von hier!

Noch Fragen ?

In Arnsberg wird zur Adventszeit
mit einem Weihnachtsmarkt geworben, wo der diesjährige Höhepunkt in der Aufstockung der Buden von 18 auf 19 bestand, oder, Entschuldigung, waren es jetzt von 19 auf 20? Dafür ist dann auch zeitig am frühen Abend Schluss. Frage meinerseits: Wenn schon so früh Schluss, für was dann bitte überhaupt noch auf?

Ich konnte ein Gespräch eines Besuchers verfolgen, der einen an deren gefragt hat, wo er sich das Fahrgeld für den Besuch zurückerstatten lassen kann, und er erhielt von diesem zur Antwort „vom Verkehrsverein“. Richtig wäre das.

Warum nur habe ich so viele Arnsberger in Soest beim Weihnachtsmarkt getroffen ?

Aber ich glaube, ich habe die
Interpretation von „kräftiger Schub nach vorne im alten Arnsberg“ in den falschen Hals bekommen, oder?


Jens Friedrichs,

gebürtig aus Arnsberg