Von Arnsberg zu den exotischen Inseln auf der Welt

Der Arnsberger Autor Hans-Werner Wienand und seine Lebensgefährtin umsegelten in drei Jahren und vier Monaten die Welt.
Der Arnsberger Autor Hans-Werner Wienand und seine Lebensgefährtin umsegelten in drei Jahren und vier Monaten die Welt.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Arnsberger Hans-Werner Wienand umsegelte die Welt in über drei Jahren. Auf dieser Reise ließ sich der Autor zu 22 Kurzgeschichten inspirieren.

Arnsberg.. „Grenadines“, „Islas de las Perlas“, „Marquesas“, „Tuamotus“, „Malolo Lai Lai“ – für jemanden, der nicht drei Jahre lang die Welt umsegelt hat, hören sich diese Namen nach exotischen Cocktails an. Für den Arnsberger Autoren Hans-Werner Wienand (64) sind es reelle Orte – Orte, die er mit Menschen und Erlebnissen verbindet, die ihn zu Geschichten inspiriert haben. Und diese Geschichten hat er aufgeschrieben in dem Buch mit dem Titel „Verlierer – Wahre Lügen aus der Seglerwelt“.

Drei Jahre und vier Monate waren Hans-Werner Wienand und seine Lebensgefährtin Kornelia Wulf unterwegs auf hoher See. Los ging es 2010 in Bergkamen-Rünthe, dann führte sie ihre Reise auf den Meeren der Welt zu zahlreichen Inseln. „Es war immer dann schön, wenn wir interessante Menschen getroffen haben“, sagt Hans-Werner Wienand.

Einfacher Zugang zu Einheimischen

Der Zugang zu den Einheimischen war einfach. Sie waren schließlich nicht als Touristen unterwegs. Mit ihrem Boot, der „Amygdala“, hatten sie ihr „Haus“ immer dabei. Jetzt ruht es in Bergkamen-Rünthe. Wenn Hans-Werner Wienand es besucht, kommen die Bilder wieder, sagt er. „Ich hätte kein Problem damit, wieder weiterzufahren.“

Dass er ein Buch schreiben würde stand fest, bevor sie die Reise im Jahr 2010 antraten. Dass er ein Buch mit fiktiven Kurzgeschichten schreiben würde, hingegen nicht. Er sammelte unterwegs Eindrücke und machte Notizen – und sagte sich dann: „Da mache ich etwas Schönes draus, richtige Geschichten“. Auf dem Markt gab es eine solche Form der Seglerliteratur bislang noch nicht. Infos

Das Buch richtet sich aber keinesfalls nur an Segler, betont er. „Es ist auch für die, die sich für, das Zwischenmenschliche, für schöne Landschaften und für Geschichten mit Fernweh interessieren.“ So führt er seine Leser in die Karibik oder zu den Kap Verden, erzählt von Seglern oder „angenehmen“ Piraten, schreibt von einheimischer Musik, die melancholisch und hoffnungsvoll zugleich ist.

Von Oktober 2013 bis Oktober 2015 schrieb er diese Geschichten dann auf. Kein kontinuierlicher Prozess, sagte er. „Die ersten Monate musste ich erstmal hier wieder Fuß fassen – das war das härteste der ganzen Reise.“ Sich erst einmal wieder an die Mentalität gewöhnen – denn die sei in den Entwicklungsländern so viel kreativer gewesen, berichtet er. Die Probleme wären einfach gelöst worden. Wenn ein Teil an ihrem Boot kaputt gewesen sei, wäre ihnen einfach ein neues gebastelt worden.

Mit dieser großen Reise hat sich Hans-Werner Wienand einen Traum erfüllt, der einst auf der Möhne begann. Der Freund seines Vaters hatte sich damals ein Segelboot gekauft, und ihn dazu eingeladen, die Sommerferien auf dem Stausee umherzuschippern. „Der Freund meines Vaters verkaufte danach das Boot, und ich war infiziert“, erinnert er sich. Diese Infizierung sieht man sogar in seinem Wohnzimmer: kleine und große Modellboote, ein Globus und ein Kompass stehen hier. Es riecht nach Fernweh.

In Berichten hätten sie vor ihrer Reise von Diebstahl und Überfällen gelesen. Nichts dergleichen haben sie erlebt, erzählt Wienand und betont: „Nirgendwo haben wir schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht. Es hat sich immer jemand um uns gekümmert.“

Und die Menschen waren neugierig. „Ich habe sie über ihr Land ausgefragt, und sie wollten wissen, von welcher Insel ich komme.“ Und so erzählte er ihnen vom Sauerland und seiner Heimatstadt Arnsberg. Wie sich „Oeventrop“, „Wennigloh“ oder „Herdringen“ wohl für die Bewohner der Inseln im Pazifik und Atlantik anhören?