Volksbank Sauerland wandelt fünf Standorte in SB-Filialen um

Die Volksbank-Filiale Bruchhausen wird zu einem SB-Standort umgewandelt.
Die Volksbank-Filiale Bruchhausen wird zu einem SB-Standort umgewandelt.
Foto: WP Ted Jones
Was wir bereits wissen
Die Volksbank Sauerland strafft ihr Filialnetz. Fünf jetzt noch personenbesetzte Standorte in Amecke, Bruchhausen, Holzen, Hagen und am Neheimer Engelbertplatz werden in SB-Filialen umgewandelt. In zwölf weiteren Filialen werden die Öffnungszeiten reduziert.

Arnsberg/Sundern.. Die Volksbank Sauerland strafft ihr Filialnetz. Die Standorte in den Sunderner Dörfern Hagen und Amecke, in den Arnsberger Ortsteilen Holzen und Bruchhausen und am Neheimer Engelbertplatz werden zum 15. September in Selbstbedienungsfilialen ohne Mitarbeiter umgewandelt. An weiteren zwölf Standorten des Geldinstituts werden die Öffnungszeiten in unterschiedlichem Maße reduziert.

Unterschiedlicher Grad der Reduzierung

Bereits zum 30. Juni soll das in Endorf und Langscheid geschehen. In Sundern ebenso betroffen sind davon Endorf und Hellefeld. In Arnsberg werden die Öffnungszeiten in Oeventrop, Müschede und Voßwinkel angepasst - ebenso in Wiemeringhausen, Berge, Ramsbeck, Eversberg, Grevenstein und Freienohl. Der Grad der Reduzierung ist unterschiedlich: von drei Tagen bis zu nicht vollen fünf Tagen.

„Das ist immer ein emotionales Thema“, gibt Vorstand Jürgen Dörner zu. Schon in unserer Berichterstattung zum Jahreswechsel über die Filialpolitik von Volksbank und Sparkasse in Arnsberg und Sundern war nicht ausgeschlossen worden, dass bei der Filialstruktur bald „an Stellschrauben gedreht“ werden müsse.

Es waren strategische Entscheidungen

Der Vorstand erklärt die Schritte, von der rund 18.000 der insgesamt 70.000 Kunden und gut 20 Mitarbeiter betroffen seien, mit „strategischen Entscheidungen“. Alltägliche Serviceleistungen vor Ort würden nur noch in zehn Prozent der Fälle personenbezogen in Anspruch genommen.

Wirtschaft Stark zunehmen würde hingegen das Automaten- und Online-Banking (80 Prozent des Standardgeschäfts). „Online ist quasi unsere größte Filiale“, so Dörner. Stark steigend sei auch die Nutzung des telefonischen Kundencenters, das allein im Jahr 2014 rund 170.000 Kundenkontakte zählte. „Hier sitzen nur unsere ausgebildeten Bankkaufleute am Telefon“, betont Vorstand Christian Eschbach, „und das soll auch künftig so bleiben“.

Kein Rückzug aus der Fläche

Der Vorstand sieht in den Umstrukturierungen „keinen Rückzug aus der Fläche“. Frei werdende Mitarbeiterkapazitäten sollten gezielt in die Beratungsqualität investiert werden. „Das ist auch ein Wunsch aus der Mitarbeiterschaft“, sagt Jürgen Eschbach. Die Handlungsnotwendigkeit sei auch von Mitarbeitern an den Vorstand herangetragen worden. „Gerade die jungen Leute wollen lieber ihr Können in der Beratung zeigen“, so Dörner. Diese werde aber in den betroffenen Filialen kaum noch nachgefragt.

Ein Ausnahmefall sei die Filiale am Neheimer Engelbertplatz. Hier sei die Publikumsfrequenz nachwievor groß gewesen, doch sei die Nähe von rund 300 Metern zum Beratungszentrum am Neheimer Markt ausschlaggebend gewesen, auch diesen Standort nur noch als SB-Filiale weiterzuführen. An den anderen Standorten, so Dörner, hätten „die Kunden mit den Füßen abgestimmt“.

"Kein Mitarbeiter verliert seinen Arbeitsplatz"

Die Straffung des Filialnetzes führt nicht unmittelbar zu Personalabbau. „Kein Mitarbeiter verliert seinen Arbeitsplatz“, versichern die beiden Vorstände. Wie sich der Mitarbeiterstand von derzeit 300 (rund 250 sogenannte Mitarbeitervollzeitkapazitäten) perspektiv weiter entwickele, hänge aber grundsätzlich immer von der Marktentwicklung und den daraus entstehenden Bedarfen ab.