Viel Arbeit bis zur Premiere für Freilichtbühne Herdringen

Bisher stehen lediglich die Grundmauern des neuen Kostümfundus’. Schon in wenigen Wochen soll der Bau bezugsfertig sein.Foto:Ted Jones
Bisher stehen lediglich die Grundmauern des neuen Kostümfundus’. Schon in wenigen Wochen soll der Bau bezugsfertig sein.Foto:Ted Jones
Foto: WP Ted Jones
Was wir bereits wissen
Die Bauarbeiten laufen, aber schon in wenigen Wochen soll das neue Kostümlager fertig sein. Verein verzeichnet in dieser Saison einen Darstellerrekord.

Herdringen.. Die Freilichtbühne Herdringen platzt sprichwörtlich aus allen Nähten – und zwar in doppelter Hinsicht: Sowohl auf der Bühne als auch im alten Kostümfundus wird es eng. 150 Schauspieler werden in der kommenden Spielzeit auf der Bühne stehen. So viele wie noch nie in der 66-jährigen Vereinsgeschichte. „Das ist auch für uns etwas Besonderes“, freut sich Christian Albrecht als Sprecher der Freilichtbühne.

An Nachwuchs mangelt es dem Schauspielverein nicht. Im Gegenteil: „Das Interesse, bei uns mitzuwirken, ist enorm.“ Häufig sei die ganze Familie im Verein aktiv, viele Kinder von Kindesbeinen an auf der Bühne. „Alle, die mitmachen wollen, auch unterzukriegen, stellt unsere Regisseurin vor eine echte Herausforderung“, sagt Albrecht.

Nur ehrenamtliche Darsteller

Doch Patricia Hoffmann, die in den vergangenen vier Jahren bereits als Choreografin für die Freilichtbühne wirkte, hat es geschafft. Rund 100 Schauspieler – Hauptdarsteller, Komparsen, Sänger und Tänzer – schlüpfen beim Familientheaterstück „Alice im Wunderland“ in andere Rollen. Etwa 50 Aktive stehen fürs Erwachsenentheater bei der Komödie „Kiss me, Kate!“ auf der Bühne. Allesamt ehrenamtlich. „Die Jüngsten sind anderthalb, zwei Jahre alt und noch bei den Eltern auf dem Arm. Unsere Ältesten sind schon über 70“, so Albrecht.

Momentan laufen die Proben auf Hochtouren. „Normalerweise treffen wir uns sonntags und montags, aber je näher der Premierentermin rückt, desto intensiver wird natürlich geprobt.“

Auch abseits der Bühne steht bis zur Alice-Premiere am Pfingstsonntag noch viel Arbeit an. Das neue Kostümfundus-Haus, in dem auch der Ticketverkauf untergebracht werden soll, steckt mitten im Bau. „Anfang März sind die ersten Bagger angerückt“, erzählt Albrecht. „Die Arbeiter hauen jetzt richtig rein, weil der Ticketverkauf dort zur Premiere losgehen soll.“

Mehr Platz für Kleider und Hüte

Ein neues Lager für Hunderte von Kostümen war notwendig, weil der alte Fundus längst zu klein geworden war. „Bisher war alles auf dem Dachboden unseres Spielerheims verstaut, vieles in Kisten, die immer hin- und hergerückt werden mussten, wenn man etwas suchte“, beschreibt Albrecht den Platzmangel.

Die richtigen Hosen, Kleider und Hüte zu finden, soll in Zukunft viel einfacher sein. Rund 100 Quadratmeter Platz bietet der neue Raum. „Da wird dann das meiste auf Kleiderstangen hängen“, verrät Albrecht. Auf 115 000 Euro belaufen sich die Kosten. Den Großteil stemmt der Verein selbst, etwa 15 Prozent trägt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe.