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Volkshochschule

VHS-Fusion soll am 1.1.2012 stehen

21.09.2011 | 11:02 Uhr
VHS-Fusion soll am 1.1.2012 stehen
Stellten in der Sparkasse die geplante Fusion der VHS vor: Die Bürgermeister aus Arnsberg und Sundern: Hans-Josef Vogel und Detlef Lins. Foto: Schlüchtermann

Arnsberg/Sundern.Geht es nach den Wünschen und Vorstellungen der Bürgermeister Hans-Josef Vogel und Detlef Lins, dann gibt es ab dem 1. Januar 2012 die „Volkshochschule Arnsberg-Sundern“ als gemeinsamen Zweckverband der beiden Städte.

„Wir wollen die Region nachhaltig stärken und Neues entstehen lassen und dabei die demografische Entwicklung berücksichtigen“, nennt Hans-Josef Vogel das vorrangige Ziel der Initiative, die auf der einen Seite Kostenvorteile im Bildungsbereich erzielen und auf der anderen Seite aber auch mehr Angebote bringen soll. Und allen Kritikern, die eine Zentralisierung des Volkshochschulangebots befürchten, nimmt der Arnsberger Bürgermeister sofort den Wind aus den Segeln: „Uns geht es nicht um Zentralisierung, sondern darum, die vorhandenen dezentralen Netzwerke auszubauen“.

Ausschüsse tagen erstmals gemeinsam

Doch bis die erste interkommunale Zusammenarbeit in Form der neuen Bildungseinrichtung ihren Betrieb aufnehmen wird, muss das Paket noch durch die diversen Ausschüsse in beiden Städten, die, und das ist auch ganz neu, erstmals gemeinsam zu diesem Thema tagen werden.

Auch wenn sich die beiden Bürgermeister, die gestern bei der Sparkasse die Verwaltungsvorlagen präsentierten, eine Reihe von Synergieeffekten vorstellen, wie ein gemeinsames Veranstaltungsprogramm, eine EDV, ein Zertifizierungssystem und eine Führung, so stünden nicht die Sparpotenziale im Vordergrund, sondern die Qualität des Angebots. „Das, was wir heute ausgeben, wollen wir nicht einschränken, sondern ausbauen“, sagt Hans-Josef Vogel und Detlef Lins ergänzt: „Aus unserer Sicht gibt es nur Vorteile“.

Und auch den Kritikern, die befürchten, dass die neue VHS das ehemals defizitäre Bildungszentrum am Sorpesee finanzieren würde, entgegnen die beiden Verwaltungs-Chefs, dass es sich hier um einen „anderer Sachverhalt handele“, der finanziell getrennt behandelt würde. Allerdings sei man aber bemüht, das neue Konzept der Berufsbildungsakademie, das auf drei Beinen stehen soll, tatkräftig zu unterstützen, in dem man am Sorpesee auch eine Reihe von interessanten Veranstaltungen anbieten wolle. „Das Bildungszentrum ist kein Hemmschuh und auch kein Fass ohne Boden“, betonte Detlef Lins.

Kommentar
Skepsis bleibt

Wenn Krankenhäuser in der Stadt fusionieren, weil sich so einzelne Standorte auf Fachgebiete konzentrieren können, um die besten Ärzte in die Region zu locken, macht das auf Anhieb Sinn. Dann nehmen auch Bürger längere Strecken in Kauf, um optimal versorgt zu werden. Wenn aber zwei Volkshochschulen aus benachbarten Städten zusammengehen, von denen die Arnsberger wegen guten Wirschaftens in der NRW-Spitze angesiedelt ist. um die Bildungsregion zu stärken, um mehr Kurse anbieten und teure Dozenten bezahlen zu können, will das nicht unbedingt sofort einleuchten. Und die Erfahrung hat gerade hier gelehrt, dass VHS-Teilnehmer eher die Freizeit in ihrem Sprengel verbringen wollen, als in den Nachbarort zu fahren. Vielleicht wäre es ja sinnvoll gewesen, einmal Gutachter zu Wort kommen zu lassen, die den Sinn dieser Fusion kritisch prüfen, bevor man in der Realität damit gegebenenfalls scheitert. Detlef Schlüchtermann

Während die VHS in Arnsberg bisher auf eigenen Beinen stand, gehört die Sunderner VHS noch der Kreisvolkshochschule an. Die Trennung bedeute, so Detlef Lins, überhaupt keine Probleme. Und auch die bisherigen Mitarbeiter brauchten sich keine Sorgen über ihre Zukunft zu machen. Die bestehenden Verträge würden auch in der neuen Organisationsform gelten.

Und auf die Organisation des kommunalen Zweckverbandes wolle man zurückgreifen, weil diese Rechtsform einfach zu organisieren sei. Es gebe lediglich einen Verbandsvorsteher und einen Vertreter aus dem Kreis der Hauptverwaltungsbeamten und eine Verbandsversammlung. Die Verbandsversammlung nimmt vor allem Aufgaben eines „Verwaltungsrats“ wahr. Dieser soll aus 12 Vertretern, neun aus dem Rat der Stadt Arnsberg und drei aus dem Rat der Stadt Sundern bestehen.

Für die nächsten vier Jahre geht die Stadt Arnsberg von einem durchschnittlichen Zuschussbedarf von rund 250.000 Euro aus. Die höchstmöglichen Zuschüsse der Stadt Sundern werden 95.000 Euro im Jahr betragen. Da die Jahresabschlüsse allerdings in den vergangenen Jahren niedriger waren, geht man derzeit sogar von geringeren Zuschüssen aus.

Über die Leitung wird später entschieden

Aufgrund Arnsbergs Größe wird die Zentrale sicherlich in der Ruhrstadt angesiedelt sein. Wer letztendlich die Leitung der gemeinsamen VHS übernehmen wird, soll Aufgabe der Verbandsversammlung sein, die erstmals Anfang des neuen Jahres zusammen kommen soll. Insgesamt sind die beiden Bürgermeister, das machten sie am Dienstag deutlich, davon überzeugt, dass die Fusion keine Schwächung des lokalen Bereichs, sondern eine Stärkung sei.

Detlef Schlüchtermann

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Kommentare
22.09.2011
09:07
VHS-Fusion soll am 1.1.2012 stehen
von sauerlandisse | #2

Ich finde die Fusion sinnvoll. Die Ängste, die Leute müssten demnächst weit zu den Kursen fahren, halte ich für unbegründet. Wie neheimer schon sagt, die erfolgreichen Kurse laufen ja weiter wie bisher.
Sundern war schon bisher die am besten besuchte VHS im HSK und das wird auch so bleiben. Die Teilnehmer kommen teilweise aus dem Märkischen Kreis oder aus Berge/Visbeck nach Sundern.
Ich fand es immer schade, dass ich zwar das VHS-Heft aus dem HSK mit Hallenberg und Schmallenberg bekam, nicht aber aus der Nachbarstadt Arnsberg. Die Zusammenarbeit finde ich viel sinnvoller als die im HSK.
Deshalb, liebe Arnsberger, habr keien Angst, wir beißen nicht und der Weg über den Ochsenkopf nach Sundern ist auch nicht gefährlicher als der nach Meschede oder Soest.

21.09.2011
12:55
VHS-Fusion soll am 1.1.2012 stehen
von neheimer | #1

Es ist noch gar nicht klar, ob es zu der Fusion wirklich kommen wird. Da müssen immerhin erst noch zwei Stadträte zustimmen. Trotzdem wird vom Kommentator sugeeriert das es vermutlich nicht gut ausgehen wird, da kaum einer in die andere Stadt fahren würde.
Dabei wird jeder der einen nicht so populären Kurs sucht, froh sein wenn er ihn in demnächst in Sundern oder Arnsberg findet, anstatt nach Hamm oder Dortmund fahren zu müssen. Die bisher erfolgreichen Kurse werden doch weiterhin dort angeboten, wo es Teilnehmer gibt.

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