Vertretungslehrerin gaukelt Staatsexamen vor

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Foto: Rolf Fischer
Was wir bereits wissen
Ihr 1. Staatsexamen hat sie nicht bestanden. Als Vertretungslehrerin erschlich sich eine 33-jährige Frau von der Bezirksregierung Arnsberg dennoch eine entsprechend höhere Bezahlung. Der Betrug flog auf.

Arnsberg.. Den Vorwurf des gewerbsmäßigen Betruges, den der Staatsanwalt einer 33-jährigen Frau aus Attendorn vor dem Amtsgericht machte, bestritten sie und ihr Anwalt. Der Anklage nach sollte die Frau in der Zeit von Juli 2013 bis Oktober 2014 die Bezirksregierung Arnsberg um knapp 10 000 Euro betrogen haben. Und da sie sich damit eine zusätzliche Einnahmequelle von nicht unerheblicher Höhe und Dauer verschaffen wollte, nahm die Staatsanwaltschaft den strafverschärfenden Aspekt der Gewerbsmäßigkeit an.

Die Angeklagte hatte sich bei der Bezirksrgierung für Anstellungen als Vertretungs-Lehrkraft an Schulen beworben. Laut Staatsanwaltschaft zufolge soll sie angegeben haben, das 1. Staatsexamen bestanden zu haben. Sie wurde daraufhin an Schulen in Finnentrop, Plettenberg und Siegen eingesetzt und erhielt aufgrund ihrer angeblichen Qualifikation eine höhere Gehaltseingruppierung als ihr zugestanden hätte.

Gericht liegen klare Beweise vor

Die höhere Eingruppierung, so die Frau, sei irrtümlich durch die Bezirksregierung erfolgt. Sie habe nie angegeben, das 1. Staatsexamen bestanden zu haben. Diese Aussage konnte vom Gericht widerlegt werden. Aus einem dem Amtsgericht vorliegenden Schreiben der Angeklagten an die Bezirksregierung ging eindeutig hervor, dass sie die notwendige Qualifikation habe. Der zur Bewerbung notwendige Notennachweis soll von ihr manipuliert worden sein, indem sie die nicht bestandene Teilprüfung in Französisch entfernt hatte. Die Notenvergabe der Universität sei noch nicht abgeschlossen, weshalb sich die Bescheinigung des Bestehens des 1. Staatsexamens verzögere hatte sie damals angegeben.

Bewährungsstrafe

Die Richterin riet der Verteidigung bei dieser klaren Beweislage, den Vorwurf einzuräumen. Das tat sie dann auch: „Ich habe damals fest angenommen, die Prüfung bestehen zu werden“, entschuldigte sie sich.

Das Gericht verurteilte die 33-Jährige, so wie der Staatsanwalt beantragt hatte, zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten zur Bewährung. „Die Angeklagte hat bewusst verschwiegen, die Prüfung nicht bestanden zu haben. Das konnte das Gericht mit Sicherheit nachweisen“, machte die Richterin deutlich. Auflagen wurden der Frau nicht gemacht, da sie nicht vorbestraft ist und ein Kleinkind zu versorgen hat.