Verkehrs-Infrastruktur reicht für Pläne nicht aus

Waldkompetenzzentrum. Wie einem kürzlich erschienenen Artikel zu entnehmen war, plant der Landesbetrieb Wald und Holz NRW die Erweiterung seines Gebäudekomplexes südöstlich des Ortsteiles Erlenbruch im Stadtbezirk Neheim. Man möchte damit die Waldarbeitsschule zum Waldkompetenzzentrum ausbauen. Der Neubau soll auf einer Wiese nördlich des Herbeckeweges entstehen und durch ein Parkhaus für ca. 100 Pkw ergänzt werden, dessen Standort dort geplant ist, wo sich derzeit noch ein Wohnhaus befindet.


Die zur Bebauung vorgesehene Wiese genießt zwar keinen Schutzstatus, liegt jedoch im Außenbereich und hat einen großen ökologischen Wert. Nicht ohne Grund wurde die sich unmittelbar daneben befindliche Wiese westlich des Herbeckeweges mit Aufstellung des Landschaftsplanes Arnsberg als Schutzgebiet ausgewiesen (NSG Moosfelde); gleichzeitig befindet sie sich im FHH-Gebiet DE-4513-302 des Waldreservats Moosfelde.


Sollte diese unter Schutz stehende Wiese für Baumaßnahmen des Landes in Anspruch genommen werden, sie ist bereits als Erweiterungsfläche im Übersichtsplan dargestellt, hätte dieser Umstand mehr als einen Geschmack. War es doch seinerzeit die Landesforstverwaltung, die aktiv an der Unterschutzstellung der Wiesenflächen mitgewirkt hatte. Nun, wo Flächenbedarf besteht, gelten die alten Schutzargumente nicht mehr?

Es ist schon verwunderlich, dass ausgerechnet einem Landesbetrieb im Geschäftsbereich eines grünen Umweltministers, dem der Schutz des Grünlandes und die Vermeidung weiterer Zersiedelung der freien Landschaft ein besonderes Anliegen ist, eine derartige Flächeninanspruchnahme möglich sein soll.


Die Bewohner des Ortsteils Erlenbruch tun gut daran, sich mit den nun bekannt gewordenen Neubauabsichten des Landesbetriebes Wald und Holz NRW gründlich auseinanderzusetzen. Der Neubau soll nämlich neben der Unterbringung der Verwaltung auch als Medienzentrum mit Ausstellungsflächen und als Versammlungsstätte für bis zu 400 Personen ausgelegt sein.

Für dieses Vorhaben reicht die bestehende Infrastruktur absolut nicht aus. Bereits jetzt ist der Herbeckeweg - vor allem nach dem Bau des Altenwohnheimes - nur mit Mühe passierbar. Der Alte Holzweg als Haupterschließung ist so schmal, dass er bei Begegnungsverkehr nur eingeschränkt nutzbar ist.