Vereine mit Potenzial für Integration

Arnsberg/Sundern..  Der Landessportbund Nordrhein-Westfalen will Vereine ermutigen, Sportangebote für Flüchtlinge zu entwickeln. Bis Ende Januar konnten sich Vereine mit Projekten bei den Kreissportbünden melden, um ihre Maßnahmen fördern zu lassen. Im Hochsauerlandkreis wurden nur fünf Projekte gemeldet - darunter allerdings auch vorbildliche Initiativen des TuS Sundern sowie des TuS Hüsten und des TV Neheim.

„Da ist sicherlich noch Luft nach oben“, sagt Michael Kaiser vom Kreissportbund Hochsauerlandkreis, „wir stecken da noch in den Kinderschuhen“. Der stellvertretende Geschäftsstellenleiter und Breitensportreferent verweist aber darauf, dass es sich nun erst um die erste Ausschreibungsrunde gehandelt habe und die „Sache noch in den Kinderschuhen“ stecke. Grundsätzlich seien die Vereine aber gefordert. „Jetzt ist die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung gefragt“, sagt Michael Kaiser.

Der TV Neheim und der TuS Hüsten gehen in Arnsberg gemeinsam voran - maßgeblich unterstützt vom Lions Club Neheim-Hüsten. Der Lions Club hatte hier sogar die Initiative übernommen und sich Kooperationspartner aus dem Sport gesucht, um das Projekt „Sportbrücke Neheim-Hüsten“ zu realisieren. Die beiden Vereine machen insgesamt 13 extra ausgewiesene Angebote für verschiedenste Altersklassen. Mal für Jungen, mal für Mädchen. Mal Kinderturnen, mal Tanzen, mal Kampfsport oder Basketball. Die Angebote sind integrativ gedacht. Das heißt: Flüchtlinge sollen gemeinsam mit den anderen Mitgliedern Sport treiben.

Der Lions Club Neheim-Hüsten sorgt nicht nur dafür, dass das Angebot für die Flüchtlinge kostenlos ist. Der Serviceclub organisiert auch einen kostenlosen Fahrdienst. „Wir beginnen jetzt mit der Ansprache der Asylbewerber und dem Verteilen von Flyer“, erklärt Hendric Cronenberg vom Lions Club. Spätestens in zwei Wochen - je nach Resonanz - soll das Projekt dann konkret starten.

„Der Sport hat Potenzial zur Integration“, weiß Michael Kaiser vom Kreissportbund. Er kennt aber auch die
Schwierigkeiten. Das Hauptproblem sei, die Zielgruppen zu erreichen. Bei der Kontaktherstellung sei es wichtig, mit den Kommunen im Austausch zu sein und sich auch über die Sprachkurse bekannt zu machen. Auch auf das richtige Angebot käme es an.

„Fußball geht immer“, sagt Michael Kaiser. Eine Erfahrung, die auch der TuS Sundern gemacht hat. Der Verein lädt alle 14 Tage Kinder zum Training ein. Dabei kooperiert der Sportverein mit der Stadt Sundern und der Bürgerstiftung. Schon beim Auftakt zeigten sich die Kinder begeistert. In einem nächsten Schritt sollen die Kinder in den Verein integriert werden.

Der Lions Club Neheim-Hüsten zeigt sich übrigens in einem weiteren Projekt von seiner sportlichen Seite: In einer Gemeinschaftsaktion mit Lions Clubs aus Menden und Werl soll in Absprache mit der Bezirksregierung ein Fußballfeld für die Flüchtlinge in der Unterbringungseinrichtung in Wickede-Wimbern gebaut werden. Die Flüchtlinge sollen Beschäftigungsmöglichkeiten erhalten.

„Vereinen geht es nicht ums Geld“

Über Sport lässt sich eine Menge erreichen. „Wichtig ist, dass sich unsere Vereine jetzt diesem Thema stellen“, sagt Michael Kaiser. Integrative Ansätze gibt es bereits, wenn Hilfen zur Anschaffung von Sportbekleidung, die Ermöglichung von Teilnahmen an Fußballcamps für Kinder und an Stadionfahrten organisiert werden. Kaiser geht davon aus, dass sich noch mehrere Vereine melden werden. „Es sind wahrscheinlich noch Anträge unterwegs“, sagt er. Über den Landessportbund können Vereine mit 500 Euro einmalig gefördert werden. Kaiser weiß aber auch, dass es den Clubs darum nicht geht: „Unseren Vereinen geht es bei diesem Engagement nicht ums Geld!“.