Unverständnis aus Arnsberg

Vize-Regierungspräsident Volker Milk stellte sich beim Thema Flüchtlinge oft dem Gespräch mit Bürgern.
Vize-Regierungspräsident Volker Milk stellte sich beim Thema Flüchtlinge oft dem Gespräch mit Bürgern.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Arnsberger Politik und Bürgermeister Hans-Josef Vogel zeigen wenig Verständnis für die Entmachtung vom Regierungspräsidenten Gerd Bollermann und seinem „Vize“ Volker Milk.

Arnsberg..  Der Arnsberger Bürgermeister Hans-Josef Vogel kritisiert heftig die Entmachtung der Spitze der Arnsberger Bezirksregierung. „In der Sache sowie in der Art und Weise ist die Entmachtung des Regierungspräsidenten Professor Dr. Gerd Bollermann und seines Stellvertreters Volker Milk durch den Innenminister nicht nachzuvollziehen. Sie ist schlimm und ehrverletzend“, betont Vogel. Der Regierungspräsident und sein Stellvertreter seien integre und engagierte Persönlichkeiten und hätten ihre Arbeit gut gemacht. „Eine Verwaltungsbehörde eignet sich im übrigen nicht für wie auch immer geartete Ränke“.

Wie von unserer Zeitung exklusiv berichtet, war der Regierungspräsident Bollermann kurz vor seiner anstehenden Pensionierung von seinem Amt enthoben worden. Die Stellvertretung des im Urlaub weilenden Bollermanns übernimmt nicht Volker Milk, sondern kommissarisch Burkhard Schnieder (stellvertretender Leiter des NRW-Verfassungsschutzes). Begründet wurde die Maßnahme von Innenminister Ralf Jäger (SPD) mit der angespannten Flüchtlingssituation.

Auch die Arnsberger SPD kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Insbesondere die Tatsache, dass Volker Milk nicht die Vertretung übernehmen soll, kann Fraktionsvorsitzender Ralf Bittner nicht verstehen. „Gerade beim Thema Flüchtlinge hat Volker Milk äußerst kompetent gearbeitet“, sagt Ralf Bittner. Das hätte sich auch bei der Diskussion um die Pläne zur Errichtung einer Zentralen Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Kloster in Oeventrop gezeigt. „Hier haben wir oft noch spät Abends miteinander telefoniert“, so Bittner. Das Thema Flüchtlinge sei im Regierungsbezirk, so Bittner, „vorbildlich“ angepackt worden.