Unruhe um Nachfolge für Arnsberger Regierungspräsidenten

Sitz in Arnsberg: die Bezirksregierung für Südwestfalen und das östliche Ruhrgebiet.
Sitz in Arnsberg: die Bezirksregierung für Südwestfalen und das östliche Ruhrgebiet.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Der Arnsberger Regierungspräsident Gerd Bollermann geht in Kürze in den Ruhestand. Um seine Nachfolge gibt es Knatsch in der SPD vor Ort: Die NRW-SPD soll eine Juristin aus Lüdenscheid favorisieren.

Arnsberg/Düsseldorf.. Für Unruhe an der SPD-Parteibasis sorgt eine erste Personalie im Zusammenhang mit der Nachfolge von Regierungspräsident Gerd Bollermann (SPD): Demnach soll Katja Kirmizikan, Rechtsanwältin aus Lüdenscheid und seit 2014 Mitglied im SPD-Landesvorstand, gute Chancen auf den Chefsessel der Aufsichtsbehörde haben.

Ihr Problem: Die Juristin (Jahrgang ‘66) ist erst 2010 in die SPD eingetreten; ihr fehlt damit der unter Sozialdemokraten so geschätzte „Stallgeruch“ – und sie hat keinen Rückhalt an der Basis im Unterbezirk Märkischer Kreis. Jedenfalls kürten die märkischen Genossen sie im letzten Jahr nicht zur Landratskandidatin, sondern zogen einen anderen Bewerber vor.

Ruhestand Auch der Wahlvorschlag für den Landesvorstand soll nicht aus dem Märkischen Kreis gekommen sein; die SPD-Mark hatte wieder jemand anderen auf dem Zettel. Wohl auch deshalb hat sich Kirmizikan nach Informationen dieser Zeitung inzwischen in den Nachbar-Kreisverband Olpe umgemeldet.

Landesregierung entscheidet

Ihr Vorteil: Ihr werden gute Kontakte zur Landespartei und zu Norbert Römer, SPD-Fraktionschef im Landtag und Vorsitzender des mächtigen Bezirks Westliches Westfalen, nachgesagt. Und sie gilt als Karrierefrau, die nach oben will.

„Ich weiß davon nichts“, sagte Katja Kirmizikan gestern auf Nachfrage, deshalb könne sie zu der Bollermann-Nachfolge auch keine Stellung nehmen. Über die Nachfolge von Regierungspräsident Gerd Bollermann, der im Herbst in Ruhestand geht, entscheidet die Landesregierung.