Über Werte diskutieren

Geschichtsunterricht..  Wird jetzt auch der Geschichtsunterricht in Deutschland in Frage gestellt? Den Schülern fehle es an Bezügen und Anknüpfungspunkten und es mache ihnen keinen Spaß mehr, so lässt es sich aus dem Artikel herauslesen. Aus diesem Grund hinterfragt man die Inhalte des heutigen Geschichtsunterrichts.

Um Personen mit Migrationshintergrund nicht zu verletzen oder in ihrem kulturellen Sosein zu stören, werden immer wieder gesellschaftlich gewachsene Strukturen und historische Aspekte in Frage gestellt. Ein Beispiel bildete im Jahre 1995 die Debatte um das Vorhandensein von Kruzifixen, die als Symbol des christlich geprägten Abendlandes gelten, in Klassenräumen.


.Natürlich mahnt uns unser nationalsozialistisches Erbe mit seinem Holocaust, nie wieder eine solche rechte Strömung zu etablieren oder gar zu unterstützen. Muss aber daraus zwangsläufig folgen, dass wir Deutsche nicht über grundsätzliche Werte in unserer Gesellschaft diskutieren bzw. uns zu Werten, wie die Deutsche Geschichte oder das Kreuz als Symbol des christlich geprägten Abendlandes, bekennen dürfen. Alles das, was Fremden gegenüber als unangenehm erscheinen könnte oder das, was sie in ihren Werten und Wertempfindungen verletzen könnte, wird per se nicht als diskussionswürdig empfunden und aus einer „deutschen“ Kulturdebatte gestrichen. Eine Debatte um eine „deutsche Leitkultur“ ist seit 2007 nicht mehr publikationsfähig.


Natürlich ist es gut, dass heute mehr denn je das Individuum im Vordergrund gesellschaftlicher Betrachtungen steht. Wie häufig wird aber dabei vergessen, dass das Individuum zur Entfaltung seiner Persönlichkeit und seiner kulturellen Identität einen festen Bezugsraum benötigt. Grenzen und Grenzziehungen und die sich daraus ergebenden Reibungspunkte sind notwendig für die Entfaltung eines jeden Individuums.


Es bleibt aber nicht aus, auch manch unangenehme Dinge für bestimmte Gruppen oder Individuen in einer Gesellschaft zu diskutieren. Unangenehmes auszublenden führt aber zu einer Spaßgesellschaft.


Spaß und Freude gehören sicherlich im Leben dazu, aber Lehr- und Lernprozesse sind auch geprägt von Mühsal und Anstrengung. Wir sollten also mehr darüber nachdenken, was wir ständig in Frage stellen und wohin eine Gesellschaft sich entwickelt, die es allen Individuen Recht machen möchte, ganz zu schweigen vom sogenannte Spaßfaktor. Auch eine individuelle Sichtweise muss ein Maß haben. Sie kann nicht a priori geführt werden, denn dann führt sich eine Gesellschaft ad absurdum.
Roger Kummer, Arnsberg