Tuning-Szene gibt wieder Gas
02.04.2009 | 08:43 Uhr 2009-04-02T08:43:00+0200Arnsberg. Mit blitzenden Felgen, glänzend poliertem Lack und spiegelblankem Chrom ist die Auto-Tuning-Szene der Region in ihre Saison gestartet. Die Freunde höchst kostspielig aufgerüsteter „Kraft”-Wagen kamen aus dem Hochsauerlandkreis, dem Kreis Soest, dem Märkischen Kreis und dem Raum Dortmund.
Die Sache verlief friedlich, wie die Polizei gestern mitteilte. Doch weil bei Schau- und Kolonnenfahrten teils die Geschwindigkeitsbegrenzungen überschritten wurden, kassierten die Ordnungshüter 41 Verwarnungsgelder. An 22 Autos stellten die Beamten technische Mängel fest. Sie schrieben 11 Anzeigen. Insgesamt wurden 74 Verkehrsverstöße geahndet.
Einem Fahrer wurde allerdings wegen der unzulässigen Umrüstung seines Wagens die Weiterfahrt untersagt. Er ließ noch in der Nacht sein „liebstes Stück” mit einem Abschleppwagen nach Hause bringen.
Dienstag, 19 Uhr: Rund 360 Tuning-Freunde mit ihren 220 mehr oder weniger aufgemotzten „Lieblingen” haben sich an der Möhnepforte in Neheim eingefunden. Darunter auch Markus Kaiser. Er ist mit seinem schwarzen Lotus Super Seven Replica gekommen. „Es müssen ja nicht immer die üblichen Automarken vertreten sein. Außergewöhnliches macht doch neugierig”, meint Kaiser.
Mit seinem Opel Calibra im Farbton Perlmutt-Kyalami-Flash zieht Steve Jehne aus Hüsten die Blicke auf sich. Als er dann die Motorhaube öffnet, öffnen sich auch die Münder mancher Autofetischisten: Chrom und Lack glänzen aus dem „Motor Clean”.
Der Motor brüllt wie ein Löwe
Anders sieht Patrick Kleimann aus Neheim die ganze Angelegenheit. Er verzichtet auf viel Schnickschnack an der Außenfassade seines Autos. Für ihn zählen - im wahrsten Sinn des Portmonees - eher die inneren Werte. Im Innenraum seines VW Polo 6N findet man Leder und Hightech. Eine Surround-Musikanlage und kleine Bildschirme gehören dazu.
Aufmerksamkeit erweckt auch das „American Dream Car”, ein Ford Mustang GT eines Tuning-Fans aus Hüsten. Im vergangenen November hat er sich seinen Autowunsch erfüllt, dann aber nur kleine technische Veränderungen vornehmen lassen. Der V8-Motor brüllt wie ein Löwe. Gänsehaut-Geräusche. „Da suchen die Härchen auf dem Rücken schnell einen Stehplatz”, scherzt ein Betrachter.
Organisiert wie im letzten Jahr war das Treffen diesmal nicht. Nach einigen Stunden löste sich das Knäuel aus Blech, taffen Jungs und aufgetakelten Mädchen auf: Wieder Ruhe an der Möhnepforte in Neheim.

08:43
Was soll der Quatsch mit Bad Hüsten und 22 Uhr Schluss?
Das sind für mich Ausreden von Schwarzmalern!
Wer es nicht probiert hat natürlich schon vorher verloren...
14:24
Mal ehrlich, sieht ja tol aus so tiefer breiter härter etc., aber auf welchen Straß soll man mit sowas noch fahren.
Man reißt sich doch alles ab oder rappelt sich den SPoiler lose, bei den Fahrbahndecken.
Höher legen und Geländedämpfer an die Autos, daß wird der nächste Trend.
Vielleicht auch Kettenfahrzeuge, man weiss es nicht.
00:21
Leider unterstützen die Autohersteller das tuning nur bedingt. Kunden sollen Autos ab Werk bestellen und nicht nachträglich tunen.
Leider unterstützen die Gesetze im Straßenverkehr nicht das tuning, da man hier überreguliert denkt.
So bleibt das tuning fast so etwas für Freaks oder für junge Menschen, die ihre alten Autos etwas aufhübschen wollen.
M.E. führt die fehlende Unterstützung der Autohersteller und eine Überregulierung der Gesetze in den Märkten ... zu einem ganz anderen Ergebnis, als das Autohersteller vielleicht denken:
Das Auto wird für junge Menschen unattraktiver, weil die Begeisterungsfähigkeit sinkt. Tuning heißt auch zu versuchen die Technik zu verstehen und punktuell es anders zu machen. Letzteres wird erschwert. Schade eigentlich.
14:11
Neheim nimmt die Tuning-Szene sicher gerne auf. Da muss dann auch nicht um 22 Uhr der Hammer fallen. Hüsten macht sich ja eh selbst kaputt...
12:48
Tolle Idee Herr Kaiser. Habe es den netenn Freaks schon seit ein paar Jahren gesagt. Keiner von denen rafft sich aber auf und will die Verantwortung übernehmen. Behörden-Angst!! Plattformen für die Tuning-Szene gibt es im Internet genung, nur kaum eine reale in der Sauerland-Umgebung. Oktoberfest kann man doch auch auf der Riggenweide feiern. Für Hüsten wäre es eine Bereicherung. Aber da liegen ja alle um 22 Uhr im Bett und wollen ihre Ruhe haben. Sie üben schon mal, wenn es Bad Hüsten ist. Sehr guter Ansatz Herr Kaiser, findet auch meine Unterstützung.
12:22
Ich (Der Besitzer des o.g. Seven) finde auch , dass die Stadt sich kooperativer zeigen könnte.D. h. einen abgesperrten Platz (5 Euro für die Stadtkasse) Pommesbude , Cola-Stand. Mehr will man ja nicht. Ich glaube die Kaufkraft dieser Gruppe wird stark unterschätzt.Ich möchte aauch der Westfalen-Tankstelle für Ihre Toleranz danken .
11:28
Vielleicht sollte man in der Stadt mal wach werden und der Tuningszene eine Alternative bieten. Man könnte den Platz in Hüsten sperren und dieser Szene zur Verfügung stellen. Man hätte die Möglichkeit einen mobilen TÜV zu organisieren, wo man Mit Herrn Rath vom TÜV Hüsten einen sehr kompetenten Mann hätte. Dieser könnte kleinere Abnahmen und Aufklärende Arbeit leisten. Bei einigen Tuningfreaks und auch Ordnungshütern besteht in der Aufklärung noch einiges an Nachholbedarf.
10:51
Das Motiv des Fotos passt zu der Klientel, die man sich im Grossen und Ganzen bei den Tuning-Jungs so vorstellt.