Tüftler heben mit Distanz-Kopter ab

Leon Scheiter (17), Adrian Siegerink (19), Felix Rennebaum (18), Franz-Stock-Gymnasium Arnsberg, haben beim Regionalwettbewerb Jugend forscht 2016 den ersten Preis gewonnen
Leon Scheiter (17), Adrian Siegerink (19), Felix Rennebaum (18), Franz-Stock-Gymnasium Arnsberg, haben beim Regionalwettbewerb Jugend forscht 2016 den ersten Preis gewonnen
Foto: DASA
Was wir bereits wissen
Die Welt ist in den letzten Jahrzehnten immer kleiner geworden, so heißt es. Gemeint ist damit, dass neue Technologien uns immer mobiler machen.

Hüsten.. Die Welt ist in den letzten Jahrzehnten immer kleiner geworden, so heißt es. Gemeint ist damit, dass neue Technologien uns immer mobiler machen: Wir überwinden heute große Distanzen schneller und günstiger als je zuvor. Doch das Ende der Fahnenstange ist längst nicht in Sicht – die Zukunft der Mobilität ist eine der Fragen, die Gesellschaft, Wirtschaft und Politik gleichermaßen beschäftigen. Drei junge Tüftler des Franz-Stock-Gymnasiums Hüsten haben eine Antwort parat: Mit ihrem „Distance Copter“ gewannen Leon Scheiter, Adrian Siegerink und Frederik Rennebaum den Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ in der Sparte Technik.

Modelle statt nur Ideen sind gefragt

„DisCo 2.0 – Innovativ und effizient von A nach B“ haben die drei Schüler der 12. Klasse (Q2) ihr Projekt getauft: „Wir entwickeln eine autonome und effiziente Drohne. Diese soll selbstständig eine am Computer programmierte Strecke in möglichst kurzer Zeit zurücklegen“, erklären sie. Um dieses Ziel zu erreichen, kombinieren sie Segelflugzeug und Quadrocopter: „So vereinen wir die Fähigkeit des Flugzeuges, sich gleitend in der Luft zu halten, und die Beweglichkeit eines Quadrocopters.“

Lange tüftelten die Schüler an ihrem Prototypen – denn bei „Jugend forscht“ dürfen keine Ideen, sondern nur funktionierende Modelle präsentiert werden. „Wir haben bei mir Zuhause in Wickede und teilweise bei Adrian in Müschede gebaut“, erzählt Leon, „Das Projekt ist wirklich hochkomplex“, weiß Maximilian Wahner, Physik-Lehrer am FSG und Betreuer der Gruppe, „die drei zeigen hier viel Talent und handwerkliches Geschick.“ Wahner freut es, dass die Schüler aus seinem Physik-Leistungskurs dafür beim Regionalwettbewerb in Dortmund vor einer Woche von der Jury honoriert wurden.

Spaß am Erfinden

Leon, Adrian und Frederik fanden sich zu einem Team zusammen, weil sie alle drei ein Faible für das Experimentieren und Erfinden haben. „Außerdem wollen wir in Richtung Maschinenbau studieren“, sagt Leon. Die Affinität zum Thema Fliegen und Fortbewegung kommt bei Leon und Frederik von ihrem Hobby: „Wir sind bei der Luftsportgruppe Menden und stehen kurz vor unserem Segelflugschein“, so der 17-jährige Leon. Das theoretische Wissen, das sie sich für den Segelflugschein aneignen müssen, habe auch sehr bei der Entwicklung ihres „Distance Copters“ geholfen. Bei der praktischen Umsetzung ihrer Ideen konnten die Jungs von langjähriger Erfahrung als Modellflieger profitieren.

Spannend wird es für die Truppe vom Franz-Stock-Gymnasiums bereits nächste Woche: Am 16. März fahren sie mit ihrem Prototypen zur Bayer AG nach Leverkusen – beim Landeswettbewerb soll der Distance Copter dann auch zum ersten Mal richtig fliegen: „Es gab zwar schon einen Jungfernflug, da gab es aber noch ein paar Probleme mit der Leistungsfähigkeit“, sagt Wahner.

Eifrig optimieren die Schüler nun ihr Modell für den großen Tag. Können sie sich hier durchsetzen, fliegt der Arnsberger Distance Copter vielleicht sogar bald beim Bundeswettbewerb.