Training im Eiskanal von St. Moritz

So sieht er aus, der Zipflbob.
So sieht er aus, der Zipflbob.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die tollkühnen Bobfahrer sind zurück! Dieses Mal nicht – wie bei der Streetbob-Weltmeisterschaft unserer Zeitung im September 2014 – mit ihren fliegenden Kisten, sondern mit neuen Sportgeräten unter’m „Popo“:

Arnsberg/Winterberg.. Auf „Zipfelbobs“ geht es am Sonntag, 8. März, um den ersten Welttitel – bei der WP-Zipfelbob-WM im Winterberger Eiskanal.

Die heimischen Teams um Klaus Visser und Alexander Hiby sind schon heiß auf den kalten Spaß.

„Sind gerade frisch aus dem Trainingslager in St. Moritz zurück“, hat uns Alexander Hiby gemailt. Dort hat das „Hot Air Racing Team“ auf der Natureisbahn trainiert! „Und von den Bobfahrern vor Ort haben wir Tipps be­kommen, wie sich das Maximale aus Zipfelbobs rausholen lässt“, so der Hüstener weiter.

Ob diese Ratschläge den Erfolg bringen? Das wird sich schon am 19. Februar zeigen, denn an diesem Donnerstag steht die Winterberger Bobbahn den „Zipflern“ von 16 bis 18 Uhr für ein freies ­Training zur Verfügung. Natürlich sind die ­Hüstener dann am Start.

Genau wie die Truppe von ­„MännerKulturReisen“ (MKR) mit Teamchef Klaus Visser. Der sitzt dieses Mal übrigens nicht selbst auf dem Sportgerät. Die Teilnahmebedingungen sehen vor, das maximal zwei Aktive aus jedem Team starten dürfen. „Martin Bühner und Ralf Braukmann fahren – und ich manage die Beiden“, sagt Visser.

So weit ist „Hot Air Racing“ noch nicht: „Die Auswertung des Trainings ist noch nicht ganz abgeschlossen, so dass wir erst zu einem späteren Zeitpunkt sagen können, wer für uns an den Start geht“, gibt sich Alexander Hiby professionell, „aber mein Team ist heiß – und wir freuen uns auf Fire and Ice in Winterberg.“ Das gilt natürlich auch für das MKR-Trio: „Wir hoffen auf eine genau so ­tolle Veranstaltung wie die Streetbob-WM – und wollen einfach Spaß haben“, meint Visser.

Der Spaßfaktor war im vergangenen Jahr riesig – sowohl bei den Bobsportlern der 21 Teams als auch bei den über 5000 (!) Zuschauern entlang der Strecke in der Winterberger Innenstadt.

Nun geht es also von der Straße in den Eiskanal, und großartige Stimmung ist wohl erneut garantiert. Auch, weil das Event eingebettet ist in den Finaltag der „echten“ Bob- und Skeleton-Welt­meisterschaft und vor der Entscheidung im Viererbob über’s Eis gehen wird. Doch was genau dürfen die zahlreichen Fans und Zuschauer eigentlich erwarten?

Der „Zipfl-Bob“ – die bayrisch/österreichische Schreibweise „schlabbert“ das „e“ – wurde 1969 gemeinsam durch Siegmund Loeger und Johann Uttenthaler als Geldgeber entwickelt und patentiert. Nach Uttenthalers Tod gingen die Patenrechte komplett an die Firma Loeger GmbH damals Loeger Sportartikel GmbH über.

Leicht zu lenkendes Sportgerät

Seither wird der Minibob nahezu unverändert in Deutschland industriell aus Kunststoff hergestellt. Das Sportgerät besteht aus einer kleinen, kufenlosen Sitzfläche sowie einem Haltegriff, der zwischen die Beine genommen wird. Dieser „Zipfl“ dient als Bremse und zugleich – unterstützt durch die Füße – als Steuerhebel.

„Durch seine Form lässt sich der Mini-Bob auch mit wenig Übung leicht und präzise steuern“ – sagt jedenfalls der Hersteller... Wie leicht und präzise genau, das wird sich am 8. März noch zeigen.

Gefahren werden sollen übrigens zwei Läufe, um möglichst zahlreichen Sommer-Bobfahrern oder anderen Mitgliedern der Teams die Möglichkeit zu geben, dieses nicht käuflich zu erwerbende Fahrgefühl zu erleben. Die Fahrzeit pro Lauf aus dem Zielbereich bergab durch die Zielkurve bis zur Zeitschranke dauert ungefähr eine Minute. Dass man per Zipfl ganz schön fix unterwegs sein kann, beweist der noch aktuelle Geschwindigkeitsweltrekord des Österreichers Frederik Eiter aus dem Jahr 2009: Er wurde mit 157,34 Kilometern pro Stunde (km/h) gemessen!