Thema nicht tabuisieren

Suizid und Depressionen. Mal wieder rauscht ein Sturm der Wissenden, Besserwissenden und Unwissenden durchs Land. Damit keine Irritationen entstehen: ich fühle mit allen Beteiligten.


In Deutschland kommen durch Suizid jährlich 10 000 Menschen ums Leben. Meistens geht diesem letzten Schritt eine Depression voraus.


Zum Vergleich: Auf Deutschlands Straßen sterben bedauerlicherweise jährlich ca. 3 000 Menschen, dies sind zwei Drittel weniger Menschen als die, die durch Suizid ihr Leben lassen. Was tun wir nicht alles für die Sicherheit der Autos und der Straßen. Dies ist natürlich gut und richtig.Denn jeder Tote ist einer zu viel.’


Ein Mensch, der an Depression leidet und Hilfe sucht, stellt schnell fest, dass Wartezeiten von zwei bis sieben Monaten in entsprechenden Einrichtungen und Kliniken keine Seltenheit sind. Ähnliches gilt für die Betreuung in Praxen für Psychotherapie. Die zur Aufnahme verpflichtenden Landeskrankenhäuser sind nicht selten sowohl personell als auch materiell eher unterversorgt.

Welche Seelenschmerzen und Verzweiflungen mögen die Betroffenen bis dahin umtreiben, bis ihnen professionelle Hilfe zuteil wird.


Was muss noch alles passieren, dass sowohl die Gesellschaft, als auch Politik und Medien psychische Erkrankungen und den oft darauf folgenden Suizid nicht mehr tabuisieren, sondern aus der grauen Ecke hervorholen….