Teatron Theater entführt sein Publikum in die „Goldenen Zwanziger Jahre“

Bald ist es so weit: Nach den abgesagten Februar-Terminen kommt die Wiederaufnahme der Inszenierung „Kurt Tucholsky – die Goldenen Zwanziger oder der Absturz ins Dritte Reich“ des Teatron Theaters nun wieder in die Kultur-Schmiede Arnsberg: am 22., 23. und 24. Mai, jeweils um 20 Uhr.

70 Jahre nach Kriegsende hat diese Inszenierung besondere Aktualität, beschäftigt sie sich doch anhand der Werke Kurt Tucholskys mit der Zeit der Weimarer Republik und damit mit den Anfängen des Nationalsozialismus. Die Zuschauer erwartet ein Theater-Kabarettabend über das Leben und Werk von Tucholsky, der sie eintauchen lässt in die Zeit der „Goldenen Zwanziger“ mit ihren Kabarett- und Revuetheatern in Berlin einerseits und den politischen Turbulenzen der Weimarer Republik andererseits. Ein fünfköpfiges Ensemble – Yehuda Almagor, Manuel Quero, Jutta Juchmann, Stefan Wolf, Gunther Tiedemann – präsentiert Chansons, kabarettistische Darbietungen und tänzerische Einlagen sowie politische Texte und Briefe Kurt Tucholskys, die seinen dramatischen Kampf um Demokratie und Freiheit widerspiegeln.

Kämpfer gegen Nationalismus

Kurt Tucholsky verstand es wie kein Zweiter, mit seinen Chansons und seinen kritischen und humorvollen Texten gleichzeitig zu unterhalten und zu kritisieren. Unter seinem eigenen Namen und unter den Pseudonymen – ­Ignaz Wrobel, Theobald Tiger, Peter Panter und Kaspar Hauser – bekämpfte er zeitlebens die antidemokratischen Tendenzen innerhalb der Weimarer Republik und prangerte Nationalismus und Militarismus an. Schon früh erkannte er die Gefahr des aufkommenden Nationalsozialismus. Seine Kassandrarufe blieben jedoch ungehört, und so wurden seine Bücher 1933 namentlich erwähnt dem nationalsozialistischen Feuer übergeben.

Kurt Tucholsky erlebte sich selbst als gescheitert, da er und seine Schriften zwar „Erfolg“ beim Publikum, aber – wie er meinte – keine „Wirkung“ hatten. „Gegen einen Ozean pfeift man nicht an“, schrieb er 1933; da hatte er seinen Wohnsitz schon längst zunächst nach Paris, dann nach Schweden verlegt, wo er 1935 aus dem ­Leben schied.