Tagesmütter wünschen planbare Bedingungen

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Was wir bereits wissen
Die Tagesmütter sehen sich als gute Alternative für die U3-Betreuung in Kindertagesstätten. Allerdings wünschen sie sich in Arnsberg mehr Planungssicherheit bei der Bezahlung.

Arnsberg..  Arnsberger Tagesmütter wünschen sich veränderte Rahmenbedingungen für die von ihnen geleistete Betreuung von unter dreijährigen Kindern. „Die Vergütung durch die Stadt Arnsberg reicht für viele nicht zur Existenzsicherung, da das Einkommen nicht leistungsgerecht und vor allem nicht planbar ist“, beklagen sich sieben Tagesmütter in einer gemeinsam verfassten Erklärung. Mit ihrem Anliegen gehen sie jetzt auch an die Politik.

Hintergrund: Anders als in vielen anderen Städten gebe es in Arnsberg keine Vergütung bei krankheits- oder urlaubsbedingten Fehlzeiten der Kinder. Auch Lohnfortzahlung bei Krankheit oder Urlaub der Tagesmutter wird nicht gezahlt. „Dieses Risiko trägt allein die Tagesmutter“, so die Frauen. Eltern würden aber ihre einkommensabhängigen Stundenbetreuungsbeiträge ganzjährig an die Stadt zahlen.

Annette Balint, Vanesse Herda, Johanna Junker, Kerstin Otto, Beate Rose, Conni Kauke und Marion Giese-Schwerwinski verweisen auf andere Städte: „Laut Bundesverband der Kindertagespflege erfolgt in 93,3 % der Kommunen eine Übernahme der Fehlzeiten und durchschnittlich werden 20 Fehltage der Tagespflegeperson gezahlt“, schreiben sie. Die Stadt Arnsberg verweist darauf, dass sie die Grundqualifizierung der Tagesmütter zu 50 Prozent und auch Fortbildungen finanziert. Zudem würden Erstattungen von Sozialversicherungs- und Unfallversicherungbeitägen vorgenommen.

„Es gibt Knackpunkte“, gibt Rosemarie Goldner zu. Sie ist stellvertretende Bürgermeisterin (CDU) und Vorsitzende des kfd-Vereins zur Förderung der Kindertagespflege in Arnsberg. „Unsere normale Bezahlung und unsere Unterstützung der Qualifizierung ist sicher gut“, sagt sie. In Detailfragen wie z.B. bei Fehlzeiten „können wir aber noch von anderen Kommunen lernen“. Sie wird an einem bevorstehenden Gespräch mit den Tagesmüttern teilnehmen. „Da werden wir dann mal alles auf den Prüfstand stellen“.

In der U3-Betreuung durch eine Kindertagesmutter sieht sie wie auch die Tagesmütter selbst „handfeste Vorteile“.

Qualifizierte Betreuung

Das betreffe die Geborgenheit in Kleingruppen mit maximal fünf Kindern (meist zwei bis drei) ebenso wie Flexibilität und eine bedarfsgerechtere Bezahlung der benötigten Stundenzahlen durch die Eltern. Die qualifizierte Betreuung sei ebenso gewährleistet, weil Tagesmütter zertifiziert sein müssen.

Seit zwei Jahren ist Annette Balint Tagesmutter - sie selbst hat drei Kinder. „Nur wegen Geld macht man das nicht, da gehört schon viel Herz und Engagement zu“, sagt sie. Sie erhält pro Betreuungsstunde 6 Euro für das erste, je 4 Euro für das zweite und dritte, 1,50 Euro für das vierte und 1 Euro für das fünfte betreute Kind. Zum Start der Tagesmuttertätigkeit habe es zudem ein Startgeld für Anschaffung und Einrichtung für die Tagespflege gegeben.

Die Frauen wollen nicht meckern. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist gut“, sagen sie, „durch die Änderung der Rahmenbedingungen würde die Tätigkeit der Tagespflegepersonen aufgewertet und ihnen eine berufliche Perspektive geboten“. Das sei das Ziel der Kritik.