Tägliche Stärkung für Körper, Geist und Seele

Jutta Schneider-Hühn (links) und Gisela ­Löwe nehmenTagespflege-Gast Marianne Sprute in die Mitte.
Jutta Schneider-Hühn (links) und Gisela ­Löwe nehmenTagespflege-Gast Marianne Sprute in die Mitte.
Foto: WP

Arnsberg..  Beim Betreten des Gebäudes gibt ein großes Fenster unmittelbar neben der Tür den Blick frei auf eine muntere Runde älterer Menschen, die gerade ihr Frühstück beendet haben und sich angeregt miteinander unterhalten. „Tagespflege Arnsberg“ gibt das Schild am Eingang Auskunft zum Ort des ­Geschehens. Eine Bezeichnung, die Jutta Schneider-Hühn Besuchern und ­Gästen gern näher erläutert:

„Bei uns werden Körper, Geist und Seele gestärkt“, rückt die Leiterin der Arnsberger Caritas-Einrichtung ihr ­Tagesgeschäft ganz bewusst vom ­bloßen Begriff „Pflege“ ab, den viele zu pauschal mit Hilfebedürftigkeit oder gar Bettlägerigkeit verknüpfen. „Ein Tag bei uns macht das Leben lebenswerter – auch für nicht pflegebedürftige Senioren“, so Jutta Schneider-Hühn.

Der Gesetzgeber hat das erkannt – und zu Jahresbeginn mehr Geld für die Tagespflege zur Verfügung gestellt – Geld, das bei Nichtinanspruchnahme verfällt. „Eigentlich hatten wir daraufhin mit einem Ansturm gerechnet“, blickt die Caritas-Mitarbeiterin zurück, „doch der ist bisher ausgeblieben...“

Vielleicht, weil viele gar nichts davon wissen? Ebenso wie von den vielfältigen Aktivitäten in einer Tagespflege?

Sieben feste Mitarbeiter, unterstützt von Ehrenamtlichen und Praktikanten, stehen für die Gäste der Tagespflege Arnsberg bereit. Schon um 8 Uhr beginnt der Tag in den Räumen an der Straße „Zur Feldmühle“ mit einem gemeinsamen Frühstück. Ein strukturiertes, abwechslungsreiches Programm schließt sich an: „Fast schon Ritual sind Morgengymnastik und ein Lied“, berichtet Mitarbeiterin Gisela Löwe.

Täglich wechselnde Angebote

„Die Zeitungsrunde“ animiert anschließend zur Diskussion über das Geschehen in der Welt und vor Ort. Täglich wechselnde Angebote schließen sich an – von Kochen und Backen über Malen und Gestalten sowie Gedächtnistraining oder Gesellschaftsspiele bis hin zu Ausflügen in die nähere Umgebung reicht die Palette. Einmal wöchentlich gibt es Reha-Sport, jeden Monat sorgt ein Musiker für Begleitung bei Tanz und Gesang. Regen Kontakt gibt es zu zwei Kindergärten: regelmäßig besuchen sich Alt und Jung, feiern gemeinsam Karneval und sogar ein Schützenfest.

Auf Wunsch werden Tagespflege-Gäste – auch Rollstuhlfahrer – per Fahrdienst von zu Hause abgeholt. „Man muss aber nicht betagt oder pflegebedürftig sein, um bei uns Gast zu werden“, stellt Gisela Löwe fest. „Allein zu Hause fällt vieles schwerer“, ergänzt Jutta Schneider-Hühn, „unsere Angebote beugen Einsamkeit vor, verringern die Gefahr von Depression oder Demenz – und entlasten die Angehörigen.“ Kein Abschieben – sondern eine Bereicherung des Alltags, die – je nach Wunsch des Gastes – täglich, aber auch nur ein oder zwei Mal pro Woche in Anspruch genommen werden kann.

Bis zu 12 Gästen bietet die Tagespflege im Caritas-Seniorenzentrum einen erfüllten Tag, der gegen 16 Uhr endet, wenn die Betreuten in ihre Wohnung und/oder den Kreis ihrer Familie zurückkehren. Dann haben sie gelacht, geschimpft, sich gefreut oder auch mal geärgert – ganz wie im Alltag jedes Menschen, egal, ob alt oder jung...