Sturzgefahr – Unbekannter legt Holzknüppel gegen Radfahrer aus

Die Mountainbike-Saison läuft wieder an.
Die Mountainbike-Saison läuft wieder an.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
In Arnsberg eskaliert ein Konflikt zwischen Mountainbikern und Spaziergängern. Offenbar wurden auf einem Pfad systematisch schwere Knüppel ausgelegt.

Arnsberg/Sundern.. Frühjahrszeit ist Biker-Zeit. Mehr und mehr kommt es in den Wäldern jetzt wieder zu konfliktreichen Begegnungen zwischen Mountain-Bikern und Wanderern. In Arnsberg führte das jetzt zu einem problematischen Fall von Selbstjustiz: Einem Arnsberger Radsportler waren im wahrsten Sinne des Wortes Knüppel in den Weg gelegt worden.

Harald Jung war unterwegs auf der Aussichtsroute oberhalb des Alten Feldes an der Arnsberger Ruhr - auf dem Weg vom Kuhweg am Seltersberg in Richtung Schutzhütte. Auf einem abfälligen und schwer einsehbaren Stück des Pfades waren in regelmäßigen Abständen dicke Knüppel quer über den Weg gelegt worden. „Das kann zu bösen Stürzen führen. Die hat jemand absichtlich so dahin gelegt“, sagt er. Er stieg ab und räumte alle Hindernisse aus dem Weg, damit es nicht zu Sturzunfällen von Bikern kommt.

Ein Dauerproblem

Der Arnsberger spricht von einem von Wanderern und Bikern ausgetretenen und ausgefahrenen Pfad. Stadtförster Wolfram Blanke sieht das anders. „Radfahrer gehören auf feste Wege“, sagt er und verweist auf das Landesforstgesetz sowie das Naturschutz-/Landschaftspflegerecht, das das Betreten des Waldes regele. „Dieses Verbot ist in Vergessenheit geraten“, meint Wolfram Blanke. Konflikte zwischen Wanderern und Bikern im Wald seien laut Blanke auch in Arnsberg ein „Dauerproblem“.

Christian Rademacher aus Sundern ist Sprecher der noch jungen IG Sauerland der Deutsche Interessengemeinschaft Mountainbike (DIMB). „Wir sprechen das Thema in der Ausbildung und auch im Vorfeld von Touren an“, sagt er, „das Zauberwort heißt Respekt und gegenseitige Rücksichtnahme“.

IG Sauerland fährt auch Trails

Er betont, dass die von der IG Sauerland angebotenen Touren „sowohl auf Wegen und Forstautobahnen als auch auf Pfaden und Trails“ führen. Trails werde man aber nicht sonderlich bewerben, um das Verkehrsaufkommen dort nicht zusätzlich zu fördern.

Juristisch umstritten ist dabei die Definition eines „festen Weges“, den Radfahrer im Wald benutzen dürfen, solange er nicht aus anderen Gründen ausdrücklich gesperrt ist. Im Gesetzestext ist von festen und nicht von befestigten Wegen die Rede. Es gibt Verwaltungsgerichtsurteile in NRW, die „naturbelassene Wege mit festem Untergrund“ als „fest“ definieren.

Für Förster Wolfram Blanke sind die Arnsberger Pfade keine festen Wege, und daher kennt er hier auch viele Übertretungen. „Wenn wir mal jemanden zu sprechen kriegen, wollen wir aufklären“, sagt Blanke. Zu Ordnungsstrafen käme es aber selten.

Wolfram Blanke spricht von „einigen radikalen Radfahrern“, aber ebenso auch „von Spaziergängern, die einfach kreuz und quer durch Dickungen laufen“. Der Arnsberger Förster will die Radler auf befestigten Wegen sehen. Er macht aber auch klar: „Eine Selbstjustiz von Wanderern mit Stockfallen geht gar nicht“.