Straßenpflaster verändern

Nach Ansicht von Anwohner Walter Scheiwe verleitet die helle Plattierung zwischen dem Pflaster zum wilden Parken. Für ihn eine klare Gefährdung von Passanten.
Nach Ansicht von Anwohner Walter Scheiwe verleitet die helle Plattierung zwischen dem Pflaster zum wilden Parken. Für ihn eine klare Gefährdung von Passanten.
Foto: WP Ted Jones

Arnsberg..  Als weitgehend gelungen betrachtet Anwohner Walter Scheiwe das vom Planungsbüro Wolters & Partner vorgestellte und in vier Bürgerwerkstätten ausgefeilte Möblierungskonzept für den Bereich von Glockenturm bis Neumarkt. Doch nicht einverstanden ist Scheiwe, dass ein von ihm in der Bürgerwerkstatt skizzierter und später nochmals schriftlich vorgelegter Vorschlag zur Regelung von Parksituation und temporärer Fußgängerzone ohne Diskussion vom Tisch gefegt worden sei.

Immerhin, erklärt Walter Scheiwe, habe sein Vorstoß durchaus Interesse bei den Werkstatt-Teilnehmern gefunden. Deshalb habe es ihn schon verwundert, „dass meine Idee leider in der vierten und entscheidenden Zusammenkunft nicht mehr berücksichtigt worden ist“. Ebenso nicht am Dienstagabend im Bezirksausschuss. Scheiwes Überlegungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Die am Steinweg und Alter Markt links und rechts der Fahrbahn befindlichen Natursteinplatten werden aufgenommen und direkt im Anschluss an den vor den Häusern liegenden Kleinplaster­streifen eingezogen und im Gegenzug das so frei werdende Pflaster jeweils zur Fahrbahn hin verlegt. Damit könnten die vorgesehenen Parkflächen sofort im so neu zu verlegenden Pflaster klar und eindeutig - z.B. mit andersfarbigen oder größeren Steinen - in den Fahrbahnrandbereichen optisch abgehoben werden.

Gefährdungssituation entschärfen

Denn nach seinen täglichen Beobachtungen, so Scheiwe, werde der mit Natursteinplatten versehene Bereich des Straßenzuges von Fußgängern, Radfahrern, Rollstuhlfahrern, Müttern/Vätern mit Kinderwagen, Behinderten mit Rollator sowie auch von Autofahrern - „und nicht nur für das Parken“ - benutzt. „Dies als Gefährdungssituation zu bezeichnen, dürfte sicherlich nicht übertrieben sein.“

Durch die Verlegung der Natursteinplatten zu den Gebäuden, findet Scheiwe, würde sofort eine ordentliche Gehwegsituation für alle Fußgänger - insbesondere Behinderte und ältere Menschen sowie Familien - geschaffen. „Und die vorgenannte Gefährdung wäre beseitigt und wir hätten einen Beitrag in Richtung demografischer Wandel geleistet. Nicht zuletzt käme dies natürlich auch Handel und Gastronomie entgegen.“

Damit würde zugleich der Forderung des Bezirksausschusses, die Parkplätze ohne Schilderwald klar zu markieren, Rechnung getragen. Durch entsprechende Pflasterung. Nur in den jeweiligen Einfahrtsbereichen bedürfe es dann noch der Beschilderung „Verkehrsberuhigter Bereich“.

Seine Veränderungsvorschläge, sagt Walter Scheiwe, hätten in der Bürgerwerkstatt Unterstützung gefunden, insbesondere in Richtung Plattenverlegung und konkrete Darstellung des ruhenden Verkehrs. Für Stadtplaner Thomas Vielhaber dagegen ist das Aufheben und Neuverlegen vorhandenen Straßenplatten bzw. des Pflasters überhaupt kein Thema: „Das funktioniert so nicht.“ Aus zweierlei Gründen: Weil die Platten beim Herauslösen mit Sicherheit zum größten Teil zerbrechen würden und das Pflaster von unterschiedlicher Dicke sei. „Damit kämen wir letztlich in eine Größenordnung, die einen Vollausbau der Straße nach sich ziehen würden. Und das wäre aus finanzieller Sicht ein Fass ohne Boden.“

Steinweg komplett öffnen

Auch zur Neuregelung der temporären Fußgängerzone auf dem Steinweg hat sich Walter Scheiwe Gedanken gemacht – er votiert für die Öffnung an allen sieben Tagen der Woche, und zwar als „verkehrsberuhigter Bereich“. Denn „die Umwandlung des Steinwegs von Samstagmittag bis Montagmorgen in einen reinen Fußgängerbereich hat sich nicht nur über die Jahre nicht bewährt, sondern entbehrt nach meiner Auffassung auch jeder sachlichen und vernünftigen Grundlage“.

Schon vor Einführung dieser Regelung hätten damals Sachverständige davor gewarnt. „Die jahrelange negative Erfahrung hat dies leider mehr als bestätigt. Deshalb sollte jetzt endgültig damit Schluss sein.“

In diesem Zusammenhang sollte auch gleich der vor einigen Jahren vorgenommene Tausch der Fahrtrichtungen zwischen der Apotheken- und Apostelstraße rückgängig gemacht werden, um vor allem die Probleme für Lkw-Anlieferverkehr und Busse zu lösen.