Stiller Spaziergang für Toleranz und Vielfalt„Das betrifft uns alle“

Auch in Arnsberg wird bald ein Zeichen gesetzt.
Auch in Arnsberg wird bald ein Zeichen gesetzt.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Eine Initiative „Arnsberg sind WIR“ ruft auf zu einem friedlichen Spaziergang für Vielfalt und Toleranz. Zu den Organisatoren gehört Tarik Ersöz von der Türkisch-Islamischen Gemeinde Arnsberg.

Arnsberg..  Die Stadt will ein Zeichen setzen. Unter dem Motto „Arnsberg sind WIR“ wird zu einem großen „friedlichen Spaziergang“ am Sonntag, 25. Januar, in Neheim aufgerufen. Einer Hauptinitiatoren ist Tarik Ersöz. Er ist Sprecher der Türkisch Islamische Gemeinde zu Arnsberg e.V. (DITIB). „Wir wollen ein Signal für Toleranz setzen“, sagt er.

Auslöser der Initiative waren die jüngsten Ereignisse in Paris mit den Terroranschlägen. Die Hintergründe aber sind vielfältiger in Zeiten von Flüchtlingsströmen, Syrienkrise, Islamophobie und Pegida. „Wir organisieren aber bewusst keine Gegendemonstration, sondern wollen das positive Zeichen setzen“, sagt Tarik Ersöz. Ein Zeichen, so heißt es auch auf der Facebook-Seite „Arnsberg sind WIR“ klar und deutlich, „für Vielfalt, Solidarität und Toleranz in unserer Stadt“.

Eingeladen sind ausdrücklich alle Vereine, Organisationen, Nationalitäten, Religionen und Kulturen. „Wir sind das Volk“, sagt Ersöz, „wir alle sind Arnsberg, und ohne uns alle geht es in Arnsberg nicht“.

Er ruft zu dem stillen Friedensmarsch gemeinsam mit Isolde Clasvogt (Grüne) auf. Sie sieht die Initiative als eine „Aktion der Stadtgemeinschaft, die klar macht, dass Arnsberg eine weltoffene und tolerante Stadt ist.“ Langfristig sollen unter dem griffigen Motto „Arnsberg sind WIR“ weitere Projekte geplant und organisiert werden.

Die jüng­sten Ereignisse in Paris haben Tarik Ersöz nicht kalt gelassen. „Das hat uns als islamische Gemeinde stark betroffen gemacht“, sagt er. Der 39-Jährige ist Sprecher der Türkisch-Islamischen Gemeinde in Arnsberg.

Die Pegida mit ihrer geschürten Angst vor einer Islamisierung der Gesellschaft wird ebenfalls in muslimischen Kreisen kritisch und mit Sorge betrachtet. „Es gibt viele Pro­bleme in der Welt“, sagt er, „das betrifft uns alle!“ Und damit meint er nicht nur die Moslems in Arnsberg.

In der Stadt Arnsberg leben heute rund 2000 Muslime aus 25 Nationen. Viele von ihnen gehen regelmäßig in den Moscheeräumen an der Langen Wende beten. „Unsere Tür steht jedem Menschen offen, ob Moslem oder nicht. Immer haben wir einen Tee oder Kaffee bereit für alle, die uns besuchen“, heißt es auf der Internetseite des Vereins.

Um das Miteinander der Religionen und Kulturen soll es auch am 25. Januar beim Friedensspaziergang in Neheim gehen. „Wir ­wollen ein Zeichen des Friedens setzen“, sagt Ersöz, „das schreibt uns unser Glaube vor“.