Stilbruch im Kino

Nach längerer Zeit mal wieder im Kino gewesen. Ich gebe zu, ein wenig den Überblick darüber verloren zu haben, was gerade so Gutes über die Leinwände läuft. Zum Nachempfinden der Seelenlage eines US-Scharfschützen im Irak will ich nicht ins Kino. Und der preisgekrönte Film „Still Alice“ über eine jung an Demenz erkrankte Frau fand irgendwie nur kurz Einzug in mein nächstes Lichtspielhaus. Also lande ich alternativlos in „Der Nanny“ von und mit Matthias Schweighöfer. Okay, nett anzusehen, wenn auch irgendwie mehr etwas wie und für aus der Kindheit entwachsene „Wilde Kerle“. Wie auch immer: Ein Kinobesuch, wenn er nicht der totale Reinfall war, endet für mich immer erst mit Ablauf des Abspanns. Noch ein wenig sitzenbleiben, 42 000 Namen lesen und bei Abspannmusik ein Urteil über den Film fällen. Diese Kultur offenbar bröckelt: Letzte Szene – und schon springen alle Besucher laut quatschend auf und baseln durch die Dunkelheit des Saals. Ein echter Stilbruch....