Sozialer Aspekt ist Selbstverständnis

Waffelaktion für Syrienhilfe
Waffelaktion für Syrienhilfe
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Für die kfD Oeventrop gehört soziale Arbeit zugunsten Bedürftiger in aller Welt zum Selbstverständnis. Jetzt sollen Waffeln mit Herz für die Syrienhilfe verkauft werden.

Oeventrop..  Waffeln mit Herz! Die kfd Oeventrop lädt am kommenden Sonntag ab 14 Uhr zur leckeren Waffeltafel ins Pfarrheim ein. Mit dem Erlös der Aktion werden notleidende Menschen in Syrien vor Ort unterstützt.

Die Bilder von Menschen, die derzeit Krieg, Gewalt, Hunger, Flucht und Angst erleben, berühren. Oft machen sie sprach- und hilflos. Helfen ja, aber wie? Die kfd Oeventrop fasste sich ein Herz: „Wir wollen selbst aktiv werden und etwas beitragen, dass wenigstens einigen Menschen geholfen werden kann“, sagen Lore Flaschel und Elisabeth Helleberg vom kfd-Leitungsteam.

Seit Gründung der katholischen Frauengemeinschaft in den Ruhrdörfern, anfangs noch als Mütterverein, war der soziale Aspekt immer ein Selbstverständnis. Über einen Zeitraum von nunmehr 72 Jahren haben bereits mehrere Generationen von Oeventroper Frauen bedürftige Menschen in ganz unterschiedlichen Ländern geholfen, unabhängig von Konfession, Hautfarbe, Geschlecht. Eine wichtige Entscheidung, die die Verantwortlichen immer wieder zu treffen haben ist, welcher Organisation die Spendengelder anvertrauen. „Wo kann man sicher sein, dass das Geld wirklich bei den Leuten ankommt und nicht unterwegs in bürokratischen Kanälen versickert?“

Im vergangenen Jahr hat die kfd mit einem Teilerlös der Cafeteria beim großen Weihnachtsmarkt in der Schützenhalle erstmalig die Jürgen Wahn Stiftung e.V. mit Sitz in Soest unterstützt. „Hier wissen wir, dass das Geld eins zu eins bei den Bedürftigen ankommt.“ Hilfe zur Selbsthilfe ist das Anliegen der Stiftung, ob in Nepal, Sambia,Tansania oder Syrien. In Syrien unterstützt die Jürgen-Wahn-Stiftung seit einigen Jahren in Salamiyah eine Tagesstätte für behinderte Kinder, die dort pädagogisch und therapeutisch betreut werden. Doch auch Flüchtlinge aus umkämpften Städten kamen in die Stadt. Auch diese Bedürftigen, die alles verloren haben, werden nach Möglichkeit unterstützt.

Tropfen auf dem heißen Stein

In einem vierteljährlichem Rundbrief informiert der Stiftungsvorstand über die aktuelle Situation. „Wenn man die Heimat verliert ist doch die ganze Existenz in Frage gestellt“, sagt Elisabeth Helleberg. Heimatlosigkeit, Perspektivlosigkeit. Und nicht alle Menschen können der Gewalt entfliehen, sind ihr weiterhin ausgesetzt. „Unsere Hilfe ist zwar nur ein Tropfen auf einen heißen Stein, aber, wenn dadurch wenigstens einigen Menschen geholfen werden kann, haben wir etwas erreicht.“

Selbst aktiv werden, das bedeutet für das kfd-Team in diesem Fall: Rezepte auswählen, Waffelteig rühren,Tische decken und natürlich auch die Werbetrommel rühren. Selbst etwas praktisch zu tun, ist sehr wichtig für die engagierten Frauen. „Wenn wir unsere Zeit und Arbeit investieren, vermittelt uns das ein gutes Gefühl und spornt uns an, weiter zu machen“, sagt Lore Flaschel. Dass die erwarteten Gäste sich frisch gebackene Waffel- Leckereien munden lassen können, ist ein köstlicher Nebeneffekt. Nicht zufällig heißt eine der Waffelkreationen „ Frauenpower“.

Frauenpower, die ganz kreativ hilft. So hat der kfd-Stricktreff unter Leitung von Petra Kinze im vergangenen Jahr 90 Paar Socken und 35 Mützen für eine Schule in Nepal gefertigt, eine Schule, die ebenfalls von der Jürgen-Wahn-Stiftung gebaut wurde. Eine Praktikantin, die einige Monate vor Ort arbeitete, hat die bunten Maschen und zusätzlich 200 Euro Spendengeld in ihren Koffer gepackt, mit nach Nepal genommen und dort an die Kinder, Lehrer und Angestellten verteilt. Ende November 2014 erreichte die kfd-Oeventrop ein herzlicher Dankesbrief: „Wie sehr sich alle darüber gefreut haben, und dass sie diese unerwartete Spende als Inspiration empfinden, auch selbst verantwortlicher gegenüber der Gemeinschaft zu sei“, erzählt Lore Flaschel.

Motiviert zu guten Taten

Solch ein Brief und der enge Kontakt zum Vorstand der Jürgen-Wahn-Stiftung, dessen 2. Vorsitzender Meinolf Schwefer übrigens gebürtig aus dem Nachbarort Freienohl ist, motiviert zu weiteren guten Taten. Die Jürgen-Wahn-Stiftung wurde von den Eltern zum Gedächtnis ihres 1980 nach einem Unfall verstorbenen Sohnes Jürgen Wahn (23) gegründet. Sie nahmen damit Bezug darauf, dass ihr Sohn sie auf die Nöte der Kinder in der Dritten Welt aufmerksam gemacht hatte.