Sommer, Sonne, Meer – vier Wochen für immer

30 Jahre ist das her. Nach dem Abi ging es mit dem Interrail-Ticket raus in die Welt. Nie zuvor hatte ich das Mittelmeer gesehen. Nach vielen Familienurlauben im sauerländischen Niedersfeld und im holländischen Zeeland wurde ich plötzlich zum Rucksack tragenden Globetrotter. Eine vierwöchige Reise, die mich bewegt hat und noch immer fesselt.

Einer österreichischen Campingplatz-Bekanntschaft (Ouzo-Absturz in Chalkidiki) schreibe ich noch heute, und überhaupt erinnere ich mich noch an jede Bahnhofstreppe, auf der ich übernachtete, an jede nette Bekanntschaft in vollen Zügen, an wunderschöne Ausblicke auf Sonne, Meer und Strände und an die mir Salami reichende italienische Oma, die mir versuchte zu erklären, dass ein rothaariger Bubi aus Deutschland gerade erstmalig Wimbledon gewonnen hat.

Akribisch trug ich Fahrt für Fahrt in meinen Interrail-Pass ein, immer dabei das große schnell ausgeflädderte Kurs- und Fahrplanbuch der europäischen Bahnlinien, tuckerte 45 Stunden in einem Rutsch bei Affenhitze im Zug bis nach Saloniki, später über Patras, Korfu und Bari bis nach Sizilien, Elba, Florenz, Venedig und über Österreich, Schweiz und Paris wieder nach Hause. Vom Walkman-Kopfhörer bedröhnt (und immer wieder „Don’t you“ von Simple Minds) griff ich nach der Welt und fühlte das Leben. Keine Sekunde im Zug, keine damals überfahrende Bahnschwelle will ich missen. Vier Wochen für immer ...