Sollen die Lichter in Arnsberg ausgehen?
12.02.2010 | 11:00 Uhr 2010-02-12T11:00:00+0100Arnsberg. Kreative Sparvorschläge erwünscht: Nicht nur Verwaltung und Politik grübeln darüber, wie die kommunalen Finanzen in den Griff zu bekommen sind. Auch Bürger sind aufgerufen, ihre Ideen einzubringen.
Ziemlich düster sieht es in den Haushaltsbüchern der Kämmerei der Stadt Arnsberg aus. Sollen deswegen auf Arnsbergs Straßen die Lichter ausgehen?
Mit Taschenlampen durch die Innenstadt
Die WP fragte ihre Leser vor einiger Zeit nach konkreten Sparvorschlägen. Um es vorweg zu nehmen: Offenbar wissen mehr Bürger, wo nicht gespart werden soll, als wo die Kosten denn dann gesenkt werden sollen. Einer der wenigen konkreten Vorschläge kam von Bernd Schönert. „Nachts ab 1 Uhr die Straßenbeleuchtung abstellen!” So habe er es in der Schweiz erlebt. „Es ist total unnatürlich, die Nacht zu beleuchten”, meint Schönert, „es stört den Schlaf-Wach-Rhythmus”. Profitieren würden nur die Energiekonzerne. Die wenigen Passanten, die unterwegs seien, könnten sich mit Taschenlampen behelfen. „Alternativ könnte man wenigstens jede zweite Lampe ausschalten”, meint der Arnsberger.
Geht das? „Wir können eine Stadt nicht total ins Dunkle stellen”, sagt Sprecher Dirk Hammel. Dagegen sprächen Gründe der Verkehrssicherung und auch der allgemeinen Sicherheit. In der Dunkelheit entstehen subjektive Angst-Räume. Und die sind ein heikles Thema für alle Verwaltungen: Wo es zu dunkel ist, hagelt es Beschwerden.
Straßenbeleuchtung auf dem Prüfstand
Sehr wohl, so Dirk Hammel, stünde aber sicherlich auch die Straßenbeleuchtung auf dem Prüfstand. „Auch da gibt es Einsparpotenziale”, meint er. Wenn derzeit das kommunale Sparpaket geschnürt werde, sei auch der Energiebedarf der Laternen im Fokus.
Sehr rege stimmten die Arnsberger auf der WP-Internetplattform DerWesten.de ab. Bei einer Umfrage wollten wir wissen: Wo soll die Stadt Arnsberg den Rot-Stift ansetzen? Die bevorzugten Antworten waren nachhaltig ausgerichtet: 21 Prozent sprachen sich für energieeffiziente Sanierung öffentlicher Gebäude aus — und damit für Maßnahmen, die auch dank des Konjunkturpakets aktuell schon vorangetrieben werden.
Kostendeckende Kulturveranstaltungen
18 Prozent der über 600 Teilnehmer an der (natürlich nicht repräsentativen) Umfrage sprachen sich für eine Reduzierung der Personalkosten aus — auch das hat die Verwaltung langfristig vor, wobei dies ohne betriebsbedingte Kündigungen geschehen soll. Je zehn Prozent klickten den Verzicht auf Sportstätten-Neubau und das Zusammenlegen von Verwaltungseinheiten an.
Neun Prozent wollen an Museen, Kultur und Theater sparen. Hierzu warf auch Bürgermeister Hans-Josef Vogel konkrete Beispiele in den Raum. „Kulturveranstaltungen müssen kostendeckend arbeiten”, sagte er bei der Jahrespressekonferenz der Stadt. Das gelänge im Sauerland-Theater nicht immer.
Bürgerhaushalt
Die Stadt Freiburg setzte ihr Sparkonzept einst mit einem „Bürgerhaushalt” um — ein aufwändig und nicht ganz billiges Bürgerbeteiligungssystem. In Arnsberg sitzt momentan die Verwaltungsspitze regelmäßig zusammen und entwickelt in Absprache mit den Fachbereichen — und zweifelsohne auch unter informeller Einbeziehung der Ratsfraktionsspitzen — ein tragfähiges Sparkonzept.
Die Umfrage ist weiter offen. Sie finden Sie unter derwesten.de/arnsberg unten in der rechten Seitenspalte.

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