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Freies WLAN

„Sind in der Moderne angekommen“

26.07.2014 | 07:00 Uhr
„Sind in der Moderne angekommen“
Von den vielfältigen Möglichkeiten begeistert (von links): Daniel Wagner (Piraten), Hans-Jörg Etzler (Verkehrsverein), Bürgermeister Hans-Josef Vogel und Heinz Hahn (Vorsitzender Verkehrsverein Arnsberg).Foto: Ted Jones

Arnsberg. Freies WLAN im Ortsteil Arnsberg: Seit einigen Tagen und rechtzeitig zum Kunstsommer können Handy- und Laptopbesitzer im Bereich Neumarkt/Steinweg/Alter Markt ein frei zugängiges WLAN-Netz finden und nutzen, sogenanntes „Gratis WiFi“.

Per WLAN (Wireless Local Area Network) drahtlos ins Internet - und das ohne zusätzliche Kosten. Das lohnt sich ganz besonders für ausländische Touristen, die vor allem in den Sommermonaten die Stadt besuchen. Aber auch für jene, die nicht über eine Internetflat verfügen. Mitunter kann die Verbindung sogar schneller sein. Vor allem dort, wo es noch kein schnelles Mobilfunknetz gibt.

Für Mitinitiator Daniel Wagner von der Piraten-Partei ist Arnsberg damit auf einem hervorragenden Weg. „Wenn wir so weitermachen, werden wir in virtueller Hinsicht so groß wie Berlin.“ Bereits Ende des Jahres will man in Sachen WLAN-Netz unter den besten fünf Städten stehen. Bundesweit. Und Hans-Jörg Etzler als Vorstandsmitglied des Verkehrsvereins schwärmt: „Wir sind mit der Stadt Arnsberg aus der Internet-Steinzeit in der Moderne angekommen.“

Große Leistungsfähigkeit

Das freie WLAN-Netz im Stadtteil Arnsberg ist - wie berichtet - das Ergebnis einer Kooperation zwischen Freifunkverein Rheinland, Stadtverwaltung und Verkehrsverein. Das so entstandene Freifunk-WLAN-Netz ist ein Bürgernetz, bei dem Bürger ihre Internetzugänge teilen und der Allgemeinheit via WLAN zur Verfügung stellen. Dieses Netz zeichnet sich durch eine sehr hohe Dichte an intelligent vernetzten Routern (Netzknotenpunkte) aus. Somit wird ein sehr leistungsfähiges WLAN-Netz mit hoher Ausfallsicherheit erreicht. Die oben angesprochene intelligente Vernetzung basiert auf einer Software, die auf handelsübliche Router installiert wird. Die dafür in Frage kommenden Router sind ab 15 Euro erhältlich. Diese Investition wäre, neben 3 Euro Stromkosten pro Jahr, die einzige Investition, um die Leistungsfähigkeit des Freifunknetzes zu erhöhen.

Wenn man im Freifunknetz surfen möchte, benötigt man lediglich ein Endgerät - wie Smartphone, Handy oder Tablett - und schon steht dem Surfvergnügen ohne Kosten und ohne zeitliche Begrenzung nichts mehr im Weg.

Ein sehr oft diskutiertes Detail ist die Störerhaftung, die besagt, dass der Netzanbieter für illegale Aktionen, die in seinem Netz stattfinden, haftet. „Unterliege ich dieser, wenn ich meinen Internetzugang der Allgemeinheit zugänglich mache,“ ist eine häufig gestellte Frage. Hier hat der Freifunkverein ein Konstrukt geschaffen, bei der die Störerhaftung von demjenigen, der den Internetzugang zur Verfügung stellt, an den Freifunkverein abgetreten wird. Das heißt: Jeder, der im Freifunknetz surft, tut dies anonym mit der IP des Freifunkvereins. Mit diesem Konstrukt werde die nötige Sicherheit für die, die ihren Internetzugang teilen, sichergestellt.

Die sehr große Leistungsfähigkeit des Freifunknetzes in Arnsberg lasse enormen Spielraum bei z. B. der touristischen Nutzung zu. So könnten digitale Geschichten via Film, Bild oder Sprache über historische Plätze oder Gebäude erzählt werden. Auch digitale Erlebnisrouten durch die Altstadt wären kein Problem mehr. Ebenso freies WLAN auf dem Ruhrtalradweg. Zudem sei kostenloses, unendlich nutzbares WLAN gerade für Jüngere ein Magnet.

Vogel: „Hat sich gelohnt“

Alles in allem, so die Organisatoren, eine sinnvolle Investition, die der Verkehrsverein mit der ersten Anschubfinanzierung getätigt hat. Inzwischen ist auch die Sparkasse Arnsberg-Sundern mit einem großen Sponsorbeitrag eingestiegen. Bürgermeister Hans-Josef Vogel: „Diese Sache hat sich gelohnt und sie ist ein sehr gutes Zeichen für bürgerschaftliches Engagement.

Info

Das freie Internet findet man auf Smartphones, Tablets oder Netbooks. Unter Einstellung muss WLAN aktiviert werden. Dann sucht sich das Gerät verfügbare Netze.

Unter „Freifunk“ ist dann zwischen Neumarkt und Glockenturm das kostenlose Netz zu finden.

Aktivieren durch einen Klick.

Ted Jones

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2014-07-26 07:00
Arnsberg