Silmecke jetzt ein Platz zum Beten

Der „Islamische Kulturverein Sundern“ engagiert sich auch stark für Interessen der Frauen.
Der „Islamische Kulturverein Sundern“ engagiert sich auch stark für Interessen der Frauen.
Foto: WP

Sundern..  Vor einem Jahr gründete sich der „Islamische Kulturverein Sundern e.V.“. Musa Alb, vielen Sundernern durch sein Engagement im Frauenfußball und Basketball bekannt, fehlte eine Moschee in Sundern, um seinen Glauben zu leben. Darum ergriff er die Initiative – und fand bei Yücel Kılınçaslan, der den Vorsitz des Vereins übernahm, sofort Unterstützung. Osman Çağlak wurde Kassenwart, Musa Alp übernahm die Schriftführung. Mehmet Uğur komplettiert das Team als Pressesprecher; Şenol Bilgin fungiert als Kulturbeauftragter.

Seit diesen Anfängen hat sich viel getan. Insgesamt 14 Nationen können im Verein nun ihren Glauben leben; Umgangssprache ist übrigens Deutsch! Die meisten Mitglieder leben schon seit mehr als 50 Jahren in Sundern, sind teilweise hier geboren und aufgewachsen, so dass die Sprache zweite Muttersprache geworden ist. Jetzt, zum einjährigen Bestehen, wurden der Erfolg und die Eröffnung der Moschee mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Ob aus dem Irak, Bosnien, Somalia, Syrien, Afghanistan oder dem Libanon, Menschen mit muslimischen Glauben finden in den Räumen in der Silmecke nun einen Platz zum Beten.

Musa Alb begrüßte die Gäste und freute sich, „dass eine so feste Gemeinschaft herrscht“. Rochdi Koubaa aus Marokko sprach ein Gebet, und Ahnad Bakri aus Syrien erläuterte den Werdegang des Vereins. „Die Botschaft des Islams ist die Botschaft des Dialogs, das verkörpern wir hier“, grenzte er sich auch gleich von – angeblich aus Glaubensgründen – gewaltbereiten Menschen ab. Auf ein gutes Miteinander setzen alle Mitglieder des Vereins. Auch Bürgermeister Detlef Lins freut sich über die Eröffnung der Moschee. „Das ist ein großer Tag für Sundern!“ betonte er und bedauerte, dass er nur zum offiziellen Teil bleiben könne. „Der Termin hier war mir so wichtig, dass ich ihn trotz Terminüberschreitung wahrnehmen wollte“, erklärte er. „Hier wird ein Gegenpol zu Bewegungen wie Pegida gesetzt, das freut mich sehr.“

Schon am 13. April findet der erste Beratungstermin für Asylbewerber in diesen Räumen statt, denn der Ort soll auch eine Anlaufstelle für sie sein. Durch die internationale Vielfalt der Mitglieder findet sich immer jemand, der die noch nicht deutschsprachigen Flüchtlinge versteht und ihnen helfen kann.

„Auf gute Nachbarschaft“

Das weiß Detlef Lins besonders zu schätzen. Dankend überreichte er Yücel Kılınçaslan eine Collage von Sundern.

Pastor Michael Schmitt freute sich ebenfalls sehr über die Einladung. „Wir haben einen Vater“, ist er sich sicher, wenn auch der Glaube anders gelebt wird. „Möge das Gute, das Sie begonnen haben, Früchte tragen!“ wünschte er und verabschiedete sich mit „Auf gute Nachbarschaft“. Emel Oguc erläuterte die Aktivitäten des Vereins:

Der engagiere sich stark für Interessen der Frauen, gebe aber auch Islamkurse für die Kinder. Sonntags um 17.30 Uhr findet im Gymnastikraum der Sporthallen an der Berliner Straße ein Sportkursus für Frauen statt, den Anna Kılınçaslan leitet. Hier, wie auch bei den ­donnerstags stattfindenden Diskussionen, ist jeder willkommen.