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Freizeitbad NASS

Siebenmal täglich ein echter Kälteschock

08.02.2012 | 10:18 Uhr
Siebenmal täglich ein echter Kälteschock
Valerie Henning (re.) und Antje Zaiser (li.)

Arnsberg.Ein extremer Arbeitsplatz. Bis zu sieben Mal pro Schicht erleben derzeit in der Saunalandschaft des Freizeitbades NASS Valerie Henning und Antje Zaiser den Kälteschock. Von einer Sekunde zur anderen wechselt die Temperatur um 120 Grad.

Irgendwie mystisch. Dampf steigt von der Wasseroberfläche des Solebeckens auf. Nebenan ruht der See - tief eingefroren unter einer geschlossenen Eisdecke. Das ist der Arbeitsplatz von Valerie Henning (26) und Antje Zaiser (48). Stündlich müssen sie raus zur Waldsauna, um die Gäste im auf 100 Grad aufgeheizten Raum mit Aufgüssen der verschiedensten Art zu beglücken. Völlig durchgeschwitzt, mit Shirts und Hosen zum Auswringen, geht’s dann raus in die Kälte. Minus 17 Grad wurden am Dienstagmorgen zu Beginn der Schicht gemessen. „Da friert dir die Buchse am Hintern fest“, sagt Valerie.

Selten ist der Temperaturunterschied zwischen dem Aufgussdienst und der Außenkälte so groß wie jetzt. Für die Saunameisterinnen heißt das, nach dem Aufguss sofort in den Innenbereich und einmal komplett umziehen. Schließlich muss die Arbeit zwischen den Aufgüssen weitergehen.

„Das ist jetzt schon anstrengend und extrem“, sagt Antje Zaiser. Schließlich entspannt sie nicht in der Sauna, sondern malocht richtig. Aufgießen, Handtuchschwingen und die heiße Luft zum Zirkulieren bringen. „Das ist wie Gymnastik“, so Zaiser. Eine schweißtreibende Sache. Vier bis fünf Liter trinken die Mitarbeiterinnen pro Schicht.

Der Dauer-Wechsel von warm zu kalt und wieder zu warm hat für die NASS-Mitarbeiterinnen aber auch etwas für sich. „Unser Immunsystem ist echt gut“, sagt Valerie. Und auch Antje glaubt, dass sie seltener erkältet sei als andere Menschen. Kaum gesagt, klopft sie vorsichtshalber mal lieber auf Holz.

Abhärten wollen sich auch die jährlich rund 65.000 Saunagäste im Bad. „Und die kommen auch bei diesen Temperaturen“, stellt NASS-Sprecherin Dr. Katrin Henneke fest. Die arktische Eiseskälte ist für den echten Sauna-Fan kein Hindernis. „Unser Stamm­publikum kennt da absolut nix“, charakterisiert Valerie Henning die Härtesten der Härtesten in der Kundschaft. Wem die 120 Grad Temperatursturz nicht reichen, kann ja auch die Maa-Sauna wählen. Hier geht’s von sogar 110 Grad runter auf Minus 20 Grad. Aufgegossen wird hier aber nicht.

Der Sauna-Garten ist auch bei Eiseskälte voll in Betrieb. Die Wege sind sogar leicht geheizt, damit kein Glatteis entsteht. Abgestellt sind nur die Außenduschen. Der Duschbereich würde sonst zur Schlittschuhbahn.

Martin Haselhorst

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