St.-Ursula-Gymnasium und das katholische Profil
10.02.2011 | 13:00 Uhr 2011-02-10T13:00:00+0100
Neheim.Klingt alles sehr gut: Förderung von Stärken und Schwächen, ein christliches Menschenbild und der Lebensraum Schule. Wären da doch nur nicht störende Noten, Zeugnisse und ein oft unvermeidbarer Leistungsdruck.
Ein Widerspruch? „Nein“, sagt Schulleiter Bertin Kotthoff vom St.-Ursula-Gymnasium Neheim, „wir möchten den Schüler als jungen Menschen sehen, nicht als ein Lernobjekt“.Das moderne Gymnasium stellt den Schüler in den Mittelpunkt. Das sagen alle, praktizieren viele und schaffen in Vollkommenheit nur wenige. Eine konfessionell getragene Schule stellt sich hier aber selbst höhere Ansprüche, an denen sie sich letztendlich auch messen lassen muss. Zur Konfessionsgebundenheit, so Bertin Kotthoff, gehöre mehr als religiöse Orientierung, Gottesdienstbesuche und die Beschäftigung mit Glaubensfragen.
Das St.-Ursula-Gymnasium wird von 820 Schülern besucht.
57 Lehrer (inkl. Referendare) im Durchschnittslalter von circa 42 Jahren unterrichten.
Das UG nimmt jährlich drei Klassen a 30 Schüler auf. Circa 90 Abiturienten werden Jahr für Jahr entlassen (einige Abgänge nach der 10 werden durch Zugänge von Haupt- und Realschulen kompensiert).
Unterrichtet wird in zwei Gebäudeteilen (Alt- und Neubau). Fachunterricht in je zwei Biologie-, Physik-, Musik- und Computerräumen sowie je einem Chemie-, Kunst- und Werkraum.
Sportunterricht in schuleigener Doppelturnhalle. Schwimmen im NASS.
Übermittag Hausaufgabenbetreuung, Tutorien in kleinen Lerngruppen mit Oberstufenschülern und Förderkurse.
Rund 30 AG’s mit 300 Schülern im Nachmittagsprogramm - von Sprachen und Naturwissenschaften über Musik und Sport bis hin zu Theater, Jonglieren und Event-Organisation.
Schuleigene Cafeteria bietet Snacks und auch Mittagessen. Förderverein und Eltern unterstützen die Cafeteria.
Berufsvorbereitung über Mittelstufenbesuche beim Berufsbildungszentrum, Berufsberatungssprechstunden, Bewerbungstraining und Studienvorbereitungstag sowie die jährliche „Berufsbörse“.
Anmeldung für Schuljahr 2011/12 am 14./15. Februar von 15-18 Uhr und am 16. Februar von 14-16 Uhr.
Eine Schule, die wie das Ursula-Gymnasium am vergangenen Mittwoch Besuch vom personifizierten Schulträger, Erzbischof Hans-Josef Becker, erhält, muss ein erkennbares katholisches Profil vorweisen. Auch, wenn die Homepage der Schule unter der Rubrik „Katholisches Profil“ kurioserweise mitteilt, dass „dieser Teil leider noch entwickelt wird“.
„Unsere Vorgaben für die Schulgemeinde sind im christlichen Menschenbild begründet“, sagt Kotthoff, „wir dürfen uns nicht nur als Lehrer und Schüler begreifen, sondern als Menschen, die gemeinsam unterwegs sind“.
Gemeinsame Wege können schnell zu Ende sein, wenn die schulische Leistung den Ansprüchen nicht mehr genügt. Das kann passieren - trotz Voreinschätzung in den Bewerbungsgesprächen auf die jährlich stark nachgefragten 90 Aufnahmeplätze. Förderkurse in Fremdsprachen, Mathematik und im Lese-Rechtschreibbereich sollen in der Erprobungsstufe auftretende Defizite ausbügeln. Unterstützung bieten am St. Ursula zudem Hausaufgabenhilfen und Tutorien, in denen qualifizierte Oberstufenschüler kleinen Lerngruppen wieder auf die Sprünge helfen. „Wenn jemand aber gar nicht mehr klarkommt, müssen wir ihn auch bei einem Schulwechsel begleiten“, fordert Bertin Kotthoff, „kein Schüler darf das als Niederlage ansehen“.
Aufmerksam und gegebenenfalls nachsichtig müsse auch ein leistungsstarkes Gymnasium in den Phasen der Pubertät sein. „Wenn es nur eine Schwäche ist, kann man das stützen“, weiß Kotthoff. Kommt Lustlosigkeit hinzu, wird es schwieriger. „Im G8 darf ein Hänger nicht zu lang sein“, warnt der Schulleiter.
Andere Sorgen haben die Hochbegabten. Die Schüler, die mit Wettbewerben und Zusatzaufgaben gefüttert werden müssen. Vereinzelt werden „Überflieger“ tageweise freigestellt, um bereits ihr Studium an Universitäten zu beginnen. „Da finden wir individuelle Lösungen“, sagt Kotthoff. Klarer strukturiert ist das Drehtür-Modell, in denen sprachbegabte Sechstklässler gleichzeitig Latein und Französisch als 2. und 3. Fremdsprache hinzu nehmen.
Dazwischen sind die vielen „normalen Schüler“, die ihren Weg durch die Schullaufbahn mit den üblichen Ausschlägen nach oben und unten gehen. „In der Regel führen wir die Kinder und Jugendlichen hier auch zum Abitur“, sagt der Schulleiter. Das sei schließlich das Ziel eines Gymnasiums. Unterwegs will auch das SUG außerschulische Kompetenzen nicht vernachlässigen. Im Sozialpraktikum „Compassion“ sollen sich Schüler von ihnen sonst oft „tabuisierte Bereiche kennenlernen“ (Kotthoff). Soziales Lernen wird auch im Selbstbehauptungstraining, Suchtpräventionsprojekten oder im Arbeitskreis „Unsere Welt“ ermöglicht.
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