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Petrischule

Petri-Hauptschule baut auf Spezialisierung

10.02.2011 | 11:00 Uhr
Petri-Hauptschule baut auf Spezialisierung

Hüsten.Bereits im zweiten Jahr kooperieren Petri-Hauptschule Hüsten und sonderpädagogische Franz-Joseph-Koch-Schule mit Förderschwerpunkt Sprache. Vom Konzept profitieren Förderschüler ebenso wie die Hauptschüler.

Noch ist es ein Projekt, in Zukunft vielleicht das Vorzeige-Modell einer spezialisierten Regelschule. Die Idee: Schüler, die bislang nach der Primarstufe die Franz-Joseph-Koch-Schule in Richtung spezieller Förderschule nach Dortmund verlassen mussten, weil ihre Defizite im sprachlichen Bereich noch zu groß sind, können nun die Regel-Hauptschule besuchen.

Fakten
Petrischule

Die Petri-Hauptschule unterrichtet 200 Schüler in zehn Klassen. Hinzu kommen 20 Kinder aus zwei Förderklassen der Franz-Joseph-Koch-Schule.

17 Lehrer - davon zehn Frauen - unterrichten. Zuzüglich drei sonderpädagogische Kollegen.

Die Schule ist eine Halbtagsschule. Nachmittagsstunden aber in Berufsförderung ProBe, Hausaufgabenbetreuung und im Wahlpflichtbereich sowie AGs (z.B. Musik)

Die Übermittagverpflegung garantiert die neue Cafeteria (Kooperation mit Karolinen-Hospital). Träger der Übermittagbetreuung ist das Sozialwerk Sauerland.

Alt- und Neubau sind auf Zwei-Zügigkeit angelegt. Fachräume in Naturwissenschaften, Technik, Informatik sowie Schulküche.

Sportunterricht in eigener Turnhalle oder auf „Großer Wiese“, Schwimmen im NASS.

Die Sitzenbleiberquote liegt bei circa 8 Prozent.

60 Prozent der Schüler schließen die Schule mit dem 10B-Abschluss ab. Jährlich 10-20 Prozent machen den 10A-Abschluss.

Die „Petri-Post“ erscheint als regelmäßiger Elternbrief.

Die Schule arbeitet nach dem Lehrerraum-Prinzip. Nicht Lehrer, sondern Schüler wechseln die Klassen.

Unterrichtet werden sie in der Erprobungsstufe(Klasse 5/6) in eigenen kleinen Lerneinheiten, jedoch im Umfeld der Regelschule. „Diese Kinder fühlen sich jetzt als Hauptschüler“, erklärt Schulleiterin Margret Ernst von der Franz-Joseph-Koch-Schule. Sie kommen mit der normalen Busfahrkarte zur Schule, teilen sich den Pausenhof und nehmen am normalen Schulleben teil. „Das hat den Kindern richtig gut getan“, weiß Sonderpädagogin Johanna Schweins, „das Selbstbewusstsein der Schüler ist sichtbar gestiegen“.

Drei auf den Förderschwerpunkt Sprache ausgebildete Sonderpädagogen integrieren sich über das Projekt in das Lehrerteam der Petri-Hauptschule. „Davon profitieren auch wir sehr“, freut sich Schulleiterin Marion Goebels. Die Fachkompetenz der Sonderpädagogen fließe auch in die allgemeine Schularbeit ein und komme somit auch dem klassischen Hauptschüler zu Gute.

„Viele Einzelproblematiken haben unsere Kinder schließlich auch“, sagt Marion Goebels, „auch bei Hauptschülern ohne sprachsonderpädagogischen Bedarf werden große Defizite im mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch festgestellt“. In den Projekt-Förderklassen werden Defizite in den Bereichen Aussprache, Grammatik, Wortschatz, Schriftsprache, Kommunikation und Verständnis korrigiert - oft treten mehrere Symptome gleichzeitig auf. „Wir versuchen die Kinder hier soweit zu bringen, dass sie auf der Regelschule mithalten können“, erklärt Johanna Schweins das Ziel. So schnell es geht, werden die Kinder vermischt. Was in der Stufe 5 mit dem Sport- und Schwimmunterricht beginnt, setzt sich in Klasse 6 in anderen Fächern fort.

Aus der Primarstufe der Franz-Joseph-Koch-Schule für das Projekt ausgewählt wurden die Kinder, so Margret Ernst, „bei denen es Sinn macht!“. Und das waren viele: Aus dem Kreis der heutigen Sechstklässler mussten noch drei Kinder nach Dortmund auf die „Sonderschule“ - der Rest kam nach Hüsten. In die jetzige Stufe 5 konnten alle Förderschüler nach Hüsten wechseln. Und ähnlich sieht es auch in der jetzigen Klasse 4 der Franz-Joseph-Koch-Schule aus.

Die ersten „Förderkinder“ haben die Erprobungsstufe an der Petri-Hauptschule bald abgeschlossen. „Und es besteht eine gute Prognose, dass alle mit den Regelklassen zusammengeführt werden können“, sind sich Margret Ernst und Marion Goebels einig.

Spätestens dann profitieren sie als „richtige Hauptschüler“ von allen Angeboten der Petri-Hauptschule. Berufsorientierung, Sozialkompetenztraining, Praktika und alle fachbezogenen Unterrichtsstunden. Die einstigen Förderschüler sind angekommen in der ganz normalen Schul-Welt.

Das Modell im Rahmen des Pilotprojekts „Arnsberger Kompetenzzentrum für sonderpädagogische Förderung“ läuft bis 2011/12. Es besteht aber die Hoffnung auf eine Fortsetzung der Kooperation darüber hinaus. Die Zusammenarbeit der Pädagogen in methodisch-fachlicher Hinsicht hat sich bewährt. „Vielleicht kann sich daraus in Hüsten ein Stützpunkt für Sprachförderung in der Regelschule entwickeln“, hoffen Margret Ernst und Marion Goebels.

Martin Haselhorst

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